17. Juli 2026
Neue Donau-Hochwasserschutzprojekte & mehr Renaturierung in Vorbereitung
In Niederösterreich sind bis 2028 vier neue Donau-Hochwasserschutzprojekte geplant. Das Investitionsvolumen liegt bei 17 Millionen Euro, wie Infrastrukturminister Peter Hanke und Niederösterreichs LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf am Donnerstag bei einer Bootsfahrt mit Medienvertretern mitteilten. Sie informierten dabei auch über den aktuellen Stand des Hochwasserschutzes sowie der Renaturierungsprojekte an den niederösterreichischen Flüssen. Allein entlang der Donau wurden seit 2002 bereits 62 Projekte umgesetzt, die sich gerade bei den letzten Hochwässern allesamt bezahlt gemacht hätten.
Umgesetzt werden sollen 2027 und 2028 Vorhaben in Bad Deutsch-Altenburg (Bezirk Bruck an der Leitha), Melk, Neustadtl an der Donau (Bezirk Amstetten) und Krems-Stein. Neben dem Hochwasserschutz mit Dämmen und mobilen Elementen stehen auch Renaturierungsprojekte auf dem Programm, die „mehr Platz für den Fluss“, aber auch „wertvolle Auenlandschaften und attraktive Naherholungsräume“ brächten.
Exemplarisch dafür stehe etwa die Auenwildnis Wachau, eines von rund 20 bereits umgesetzten EU-LIFE-Projekten. Drei weitere Renaturierungsprojekte seien derzeit in Umsetzung – an der Donau in Schallemmersdorf, an der Pielach und an der Leitha. Ein weiteres Projekt an der Großen Tulln befinde sich bereits in Vorbereitung.
Bundesminister Peter Hanke sagte, dass die „Donau einerseits eine Lebensader für uns alle in Österreich ist. Auf der anderen Seite geht es natürlich auch um das Thema Sicherheit und Hochwasser, aber auch um die Natur. Und mittlerweile gibt es Verfahren, Prozesse, um all das zusammenzudenken und auch in die Umsetzung zu bringen.“
Es sei laut Hanke ein großartiges Beispiel, wie die Auen-Naturierung in der Wachau nun bereits über Jahrzehnte funktioniere. „Und wenn der Fischbestand zurückkommt, wenn Vogelarten sich wieder hier heimisch fühlen, aber auf der anderen Seite auch der Hochwasserschutz großgeschrieben wird und damit ein Beitrag für die Natur, für die Wirtschaft, aber insbesondere für die Österreicher zu Buche steht, dann ist das ein Erfolg.“ Hanke bekannte sich zudem dazu, bestehende Projekte fortzuführen und „dass wir uns um die Donau entsprechend auch in den nächsten Jahren kümmern werden. Wir sorgen dafür, dass die Investitionen auf die Donau kommen und das tut uns allen gut.“
Mit an Bord der Medien-Bootsfahrt war auch Universitätsprofessor Helmut Habersack, Leiter des Instituts für Wasserbau, Hydraulik und Fließgewässerforschung an der BOKU Wien. „Jede Naturierung bringt einen Vorteil“, brachte er es auf den Punkt und ergänzte: „Während man früher ganz kleine Maßnahmen gesetzt hat, ist das hier in der Wachau eine Gewässervernetzung größeren Umfangs – sicher ein Leuchtturmprojekt – auch im europäischen Kontext. Wir haben ja das Problem, dass die Donau vielfach eingeengt worden ist, dass die Überflutungsflächen weggeschnitten wurden und eigentlich die Hochwasserwelle beschleunigt wurde. Und jetzt im Zusammenhang mit dem Klimawandel, wo wir damit rechnen müssen, dass mehr Extremereignisse auftreten, ist das Gegenteil schon ganz wichtig, nämlich dass wir wieder mehr Fläche zur Verfügung stellen und das Wasser langsamer abfließen kann.“



