Kategorie Innovation & Technologie - 19. März 2026

Brückenmonitoring: Wie Daten mehr Sicherheit in die Infrastruktur bringen

Das AIT Austrian Institute of Technology treibt die Entwicklung moderner Technologien zur Überwachung und Bewertung von Brücken und Verkehrsinfrastruktur weiter voran. Im Fokus stehen datenbasierte Lösungen, die eine realitätsnahe Analyse von Bauwerken ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zu deren Sicherheit und Langlebigkeit leisten. Vorgestellt wurden die Ansätze kürzlich unter anderem beim Dresdner Brückenbausymposium 2026.

Ziel der AIT-Forschung ist es, Infrastrukturbetreiberinnen präzisere Entscheidungsgrundlagen für Betrieb, Wartung und Investitionen zu liefern. Dabei rücken innovative Messmethoden in den Mittelpunkt, die herkömmliche, oft konservative Annahmen durch objektbezogene Daten ersetzen.

Ein wesentlicher Baustein ist die sogenannte Bridge Weigh-in-Motion-Technologie (BWIM). Sie ermöglicht die Erfassung von Fahrzeuggewichten und Achslasten direkt im fließenden Verkehr – ohne Eingriffe in die Fahrbahn. Auf Basis dieser realen Daten lassen sich deutlich genauere Lastmodelle erstellen. Das verbessert nicht nur die Bewertung der Tragfähigkeit, sondern erlaubt auch eine gezieltere Planung von Instandhaltungsmaßnahmen und kann helfen, die Nutzungsdauer von Brücken zu verlängern.

Mit Distributed Fiber Optic Sensing (DFOS) setzt das AIT auf eine Technologie, die Dehnungen und Temperaturen entlang von Glasfasern kontinuierlich misst. Dadurch können selbst kleinste Veränderungen innerhalb einer Struktur frühzeitig erkannt werden. Im Gegensatz zu punktuellen Sensoren liefert diese Methode ein durchgängiges Bild des Bauwerkszustands und eignet sich sowohl für Neubauten als auch für bestehende Infrastruktur.

Satelliten liefern den Überblick

Ergänzt wird das Portfolio durch Motion Amplification – ein optisches Messverfahren, das minimale Schwingungen und Verformungen sichtbar macht. Mithilfe von Hochgeschwindigkeitskameras lassen sich Bewegungen im Mikrobereich erfassen und analysieren. Besonders bei schwer zugänglichen Bereichen bietet diese kontaktlose Methode entscheidende Vorteile.

 

Für das großflächige Monitoring setzt das AIT auf satellitengestützte InSAR-Technologie. Sie ermöglicht es, Veränderungen und Deformationen sowohl bei einzelnen Bauwerken als auch entlang ganzer Verkehrsnetze zu erkennen. Mit Genauigkeiten im Millimeterbereich lassen sich so Trends analysieren, Anomalien identifizieren und Wartungsmaßnahmen vorausschauend planen.

Die Bedeutung dieser Entwicklungen wird auch von Bundesminister Peter Hanke hervorgehoben: „Das AIT Austrian Institute of Technology zählt nicht nur zu Österreichs führenden Forschungs- und Technologieeinrichtungen, sondern nimmt auch europaweit insbesondere in den Bereichen Digitalisierung, Energie und Automatisierung eine führende Rolle ein.“ Das Projekt NINA sei ein gutes Beispiel dafür, wie moderne Sensortechnologien und digitale Bewertungsmodelle in der Brückenprüfung eingesetzt werden.

Gleichzeitig unterstreicht Hanke die internationale Strahlkraft der Forschung: Die Teilnahme an einer renommierten Fachveranstaltung wie dem Dresdner Brückenbausymposium biete eine wichtige Bühne, um „Innovation made in Austria“ europaweit sichtbar zu machen.

Mit seinen Technologien zeigt das AIT, wie datenbasierte Ansätze dazu beitragen können, Infrastruktur effizienter zu betreiben, Ressourcen gezielter einzusetzen und die Sicherheit von Bauwerken langfristig zu erhöhen.