2. April 2026
„Artemis 2“: Mond-Mission erfolgreich gestartet
Zum ersten Mal seit mehr als einem halben Jahrhundert (die letzte bemannte Mondmission fand im Jahr 1972 im Rahmen des Apollo-Programms statt) ist die Menschheit wieder auf dem Weg zum Mond: Der mit Spannung erwartete Start der Mission „Artemis 2“ vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in den USA war erfolgreich. Auch Technologie aus Österreich ist mit an Bord.
Vier Personen befinden sich an Bord der Raumkapsel „Orion“: Eine Astronautin und zwei Astronauten aus den USA sowie ein kanadischer Raumfahrer. Die Kapsel konnte wenige Stunden nach dem Start erfolgreich von der Kernraketenstufe getrennt werden. Insgesamt verlief die Mission bislang planmäßig – bis auf einen kurzen Zwischenfall, bei dem die Kommunikation zwischen der Crew und dem Kontrollzentrum unterbrochen wurde. Das Problem konnte jedoch rasch behoben werden.
Schleife um Erde und Mond
„Artemis 2“ ist die erste bemannte Mission im Rahmen des Artemis-Programms und dient in erster Linie dazu, zukünftige Mondlandungen vorzubereiten. Aufbauend auf den Erkenntnissen der unbemannten Mission „Artemis 1“ (2022) sollen insbesondere Systeme, Abläufe und die Einsatzfähigkeit der Besatzung unter realen Bedingungen getestet werden.
Die Flugbahn der für eine Dauer von 10 Tagen geplanten Mission führt die Crew auf einer Schleife um Erde und Mond. Insgesamt beträgt die Strecke mehr als 2,3 Millionen Kilometer. Am weitesten Punkt wird sich die Raumkapsel etwa 370.000 Kilometer von der Erde entfernen, rund 7.500 Kilometer hinter der erdabgewandten Seite des Mondes.

© NASA
Während der Mission werden neben dem automatisierten Flugablauf auch manuelle Steuerungsmanöver durchgeführt. Zudem erfolgen laufende Systemüberprüfungen, medizinische Tests sowie wissenschaftliche Untersuchungen. Auch Fotos und Analysen von Erde und Mond zählen zu den Aufgaben der Raumfahrer:innen.
Technologie aus Österreich
Die Firma Magna aus Graz lieferte Hochdruckleitungen für die Flüssigtanks des „Space Launch System“, mit dem die „Orion“-Kapsel gestartet wurde. Angedockt an diese Kapsel ist das „European Service Modul“ (ESM), bei dem Technologie des Wiener Hightech-Unternehmens TTTech die sicherheitskritische Datenkommunikation aller Lebenserhaltungs- und Steuerungssysteme sicherstellt. In dem Servicemodul sitzt das Haupttriebwerk für den Anflug der Crewkapsel auf den Erdtrabanten. Es sorgt für die Temperaturregulierung und Strom, und es lagert dort der Treibstoff sowie die Sauerstoff- und Wasservorräte für die vierköpfige Besatzung in der „Orion“-Kapsel.
Als „zentrales Nervensystem“ der „Orion“-Kapsel und des ESM verbindet das von TTTech entwickelte „TTEthernet-Netzwerk“ zahlreiche Sensoren, Computer und antriebstechnische Bauteile (Aktuatoren) miteinander. Dieses Gesamtsystem ist für verschiedene sicherheitskritische Funktionen wie Flugsteuerung oder Lebenserhaltungssysteme zuständig. Über das Netzwerk können dem Unternehmen zufolge aber auch nicht-kritische Aufgaben, wie etwa die Videokommunikation, ablaufen.
Mondlandung 2028 geplant
Ursprünglich sah das 2017 vorgestellte milliardenschwere „Artemis“-Programm – benannt nach der Göttin des Mondes und Zwillingsschwester des Gottes Apollo aus der griechischen Mythologie – eine bemannte Mondlandung („Artemis 3“) bis 2024 vor. Seitdem kam es jedoch mehrfach zu Verschiebungen. „Artemis 3“ soll nun im kommenden Jahr starten, jedoch nicht auf dem Mond landen.
Allerdings könnte es 2028 gleich zwei Mondlandungsversuche geben – „Artemis 4“ und „Artemis 5“. Ziel ist eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond.
Viele private Raumfahrtunternehmen und internationale Partner sind bei dem Programm involviert, darunter auch die europäische Raumfahrtbehörde ESA. Diese steuert unter anderem ein im Bremer Airbus-Werk gefertigtes Servicemodul für die „Orion“-Kapsel bei. Auch eine zukünftige Beteiligung europäischer Astronauten ist vorgesehen. Mehrere Staaten verfolgen Programme, um den Mond verstärkt zu erforschen und zu nutzen, wodurch seine strategische Bedeutung weiter zunimmt.
Service
nasa.gov/mission/artemis-ii/ (englisch)
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