29. April 2026
ASFINAG mit stabilem Ergebnis 2025 – Rekordinvestitionen geplant
Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und relativ langsamer konjunktureller Erholung präsentiert sich die ASFINAG für das Geschäftsjahr 2025 in robuster Verfassung. Mit Investitionen von rund 1,6 Milliarden Euro in das österreichische Autobahnen- und Schnellstraßennetz unterstreicht das Unternehmen seine Rolle als verlässlicher Partner der heimischen Wirtschaft. Für 2026 kündigt die ASFINAG erstmals Investitionen von über zwei Milliarden Euro an – ein neuer Höchstwert.
Die wirtschaftlichen Kennzahlen zeigen eine stabile Entwicklung: Die Eigenkapitalquote konnte auf 48 Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig erzielte die ASFINAG Mauteinnahmen von über 2,7 Milliarden Euro, was zu einem Jahresüberschuss von 840 Millionen Euro führte. Diese Mittel fließen überwiegend wieder in Infrastrukturprojekte sowie Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit.
Während der Lkw-Verkehr als wichtiger Konjunkturindikator nur leicht um 0,3 Prozent zunahm, entwickelte sich auch der Pkw-Verkehr ähnlich verhalten. Insgesamt wurden jedoch erneut mehr als 33 Milliarden Kilometer auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen zurückgelegt.
Steigende Mauterlöse als Stabilitätsfaktor
Trotz moderatem Verkehrsanstieg konnten die Mauterlöse deutlich gesteigert werden. Insgesamt stiegen sie um 8,2 Prozent. Besonders stark entwickelten sich die Einnahmen aus der Streckenmaut (+11,6 Prozent) sowie aus Vignetten (+7,5 Prozent). Auch der Schwerverkehr verzeichnete nach einem Rückgang im Vorjahr wieder ein Plus von 7,9 Prozent.
Ein zentrales Element der langfristigen Strategie ist das Bau- und Investitionsprogramm mit einem Volumen von rund 12,5 Milliarden Euro bis 2031. „Mehr als 60 Prozent davon fließen in die Erhaltung unseres Streckennetzes – eine Aufgabe mit enormen Herausforderungen. Durch eine solide Unternehmensfinanzierung reagieren wir flexibel auf Veränderungen und sichern langfristig unsere Ziele: ein modernes, sicheres und bedarfsgerechtes Autobahnen- und Schnellstraßennetz“, so die ASFINAG Vorstände Herbert Kasser und Hartwig Hufnagl.
ASFINAG-Vorstand Herbert Kasser über die jüngsten Bilanzzahlen, das Bauprogramm & die fortschreitende Elektrifizierung des Verkehrs. „Wir haben eine klare Strategie für die Mobilitätswende – und die ziehen wir durch.“ 👇
— Bundesministerium für Innovation, Mobilität & Infrastruktur (@bmimi.gv.at) 28. April 2026 um 12:14
Diese Investitionen wirken sich auch direkt auf die heimische Wirtschaft aus: Mehr als 98 Prozent der zwischen 2020 und 2025 vergebenen Aufträge gingen an Unternehmen mit Firmensitz in Österreich. Ganze Regionen profitieren davon, wie etwa am Beispiel der S 1: Investitionen von 2,3 Milliarden Euro generieren hier eine Wertschöpfung von rund vier Milliarden Euro für mehrere Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Einen maßgeblichen Beitrag zu nachhaltigen Auftragsvergaben leistet dabei das bewährte Bestbieterprinzip mit ökosozialen Vergabekriterien, das sich seit mittlerweile zehn Jahren erfolgreich etabliert hat, wie die ASFINAG mitteilte.
Digitale Vignette ersetzt Klebevignette endgültig
Ein weiterer Meilenstein steht im Bereich der Pkw-Bemautung bevor: Mit 31. Jänner 2027 wird die klassische Klebevignette endgültig abgeschafft. Die ASFINAG setzt vollständig auf die Digitale Vignette und baut dafür ihre Vertriebsstruktur massiv aus.
Bereits heute ist die digitale Variante an rund 3.500 Verkaufsstellen sowie online erhältlich. Zusätzlich stehen etwa 100 Automaten an 34 Standorten zur Verfügung. Bis Anfang 2027 sollen weitere Automaten sowie rund 1.000 zusätzliche Verkaufsstellen hinzukommen. Ziel ist es, den Zugang zur Vignette möglichst einfach und flächendeckend zu gestalten.
Die geplanten Rekordinvestitionen bringen jedoch auch finanzielle Herausforderungen mit sich. Mittelfristig rechnet die ASFINAG mit sinkenden Gewinnen und einer steigenden Verschuldung. Dennoch bleibt das Ziel klar: die langfristige Sicherung eines modernen, sicheren und leistungsfähigen Verkehrsnetzes.
Die ASFINAG beweist, dass auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten stabile Investitionen möglich sind. Mit einem ambitionierten Ausbauprogramm, zunehmender Digitalisierung und klarer Fokussierung auf Nachhaltigkeit bleibt sie ein zentraler Motor für Infrastruktur und Wirtschaft in Österreich.
Details finden Sie im ASFINAG-Geschäftsbericht unter: www.asfinag.at/ueber-uns/unternehmen/unternehmensberichte

