15. September 2026

CollisionEye bannt Gefahren bei Arbeiten an der Autobahn

Wenn auf der Autobahn gearbeitet wird, trennt oft nur ein schmaler Sicherheitsbereich die Mitarbeitenden vom fließenden Verkehr. Mit „CollisionEye“ soll dort eine zusätzliche Schutzebene entstehen. Das kamerabasierte, KI-gestützte Kollisionswarnsystem von EYYES wird von ASFINAG und ÖAMTC seit Herbst 2025 im realen Autobahnbetrieb getestet und wurde nun mit dem Ö3-Verkehrsaward in der Kategorie „Innovation des Jahres“ ausgezeichnet.

Ein Arbeitsplatz auf der Autobahn ist außerhalb von Einsatzfahrzeugen äußerst schmal und ziemlich riskant. Links die Leitschiene, rechts vorbeidüsende Fahrzeuge. Für Mitarbeitende von Straßenmeistereien, Einsatzorganisationen und anderen Diensten gehört diese Situation jedoch zum Arbeitsalltag. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit oder ein Fahrzeug, das zu nahe an eine abgesicherte Stelle gerät, kann dabei lebensgefährliche Folgen haben.

© OEAMTC

Mit Hilfe des Projekts CollisionEye sollen solche Gefahrenstellen auf Autobahnen entschärft werden. Das System wurde von der EYYES GmbH mit Sitz in Gedersdorf bei Krems entwickelt. Gemeinsam mit der ASFINAG und dem ÖAMTC wird es seit Herbst 2025 auf österreichischen Autobahnen unter realen Bedingungen erprobt. Ziel ist es, gefährliche Situationen möglichst früh zu erkennen und sowohl Verkehrsteilnehmende als auch jene Menschen zu warnen, die direkt an der Straße arbeiten.

Aus Kamerabildern wird eine Gefahreneinschätzung

Das Herzstück von CollisionEye ist eine Kamera, die auf einem Einsatzfahrzeug oder einem Warnleitanhänger montiert werden kann. Sie erfasst die Verkehrssituation und erkennt unter anderem Fahrstreifen und herannahende Fahrzeuge. Entscheidend ist dabei nicht nur, wo sich ein Fahrzeug befindet. Das System analysiert auch dessen Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit. Daraus wird laufend berechnet, ob eine potenzielle Kollisionsgefahr besteht.

Wird eine Gefahr erkannt, greift ein mehrstufiges Warnkonzept: Herannahende Lenker werden über ein akustisches Signal und ein Drehlicht auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Gleichzeitig erhalten die direkt gefährdeten Mitarbeiter einen Vibrationsalarm über einen am Körper getragenen Funkempfänger. Damit richtet sich die Warnung in beide Richtungen: an jene, die sich der Gefahrenstelle nähern, und an jene, die an ihr arbeiten.

Baustellen und Einsatzstellen auf Autobahnen sind besonders anspruchsvolle Arbeitsbereiche. Verkehrsführung, Sichtverhältnisse, Wetter, Fahrgeschwindigkeiten und die Position von Einsatzfahrzeugen können sich laufend verändern.

CollisionEye soll deshalb nicht die bestehende Absicherung ersetzen, sondern eine zusätzliche technische Sicherheitsebene schaffen. Die Idee dahinter: Je früher eine kritische Annäherung erkannt wird, desto mehr Zeit bleibt, um zu reagieren. Gerade bei Arbeiten unmittelbar neben dem fließenden Verkehr kann diese zusätzliche Reaktionszeit entscheidend sein.

Vom Entwicklungsprojekt in den täglichen Einsatz

Eine Besonderheit des Projekts ist der Praxistest unter realen Bedingungen. ASFINAG und ÖAMTC setzen CollisionEye nicht lediglich in einer kontrollierten Testumgebung ein, sondern erproben das System im täglichen Einsatz auf österreichischen Autobahnen. Die Erfahrungen aus diesen Einsätzen fließen direkt in die Weiterentwicklung ein. Rückmeldungen von Personen, die mit dem System arbeiten, helfen dabei, die Technologie an die tatsächlichen Anforderungen auf der Straße anzupassen.

 

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Der Testbetrieb wird nun ausgeweitet. Damit geht das Projekt einen wichtigen Schritt weiter: Aus einer technischen Idee wird ein System, das sich im komplexen Umfeld des österreichischen Autobahnnetzes bewähren muss. Und just für diese Entwicklung wurden EYYES, ASFINAG und ÖAMTC mit dem Ö3-Verkehrsaward 2026 in der Kategorie „Innovation des Jahres“ ausgezeichnet.

Die Auszeichnung würdigt dabei nicht nur die Technologie selbst, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Infrastrukturbetreiber und Mobilitätsorganisation. EYYES bringt die technische Entwicklung und KI-Kompetenz ein, während ASFINAG und ÖAMTC das System im praktischen Einsatz erproben und ihre Erfahrungen in die Weiterentwicklung einbringen.

Das gemeinsame Ziel ist klar: Menschen, die auf und neben Österreichs Autobahnen arbeiten, sollen besser vor dem Risiko einer Kollision geschützt werden. Damit steht CollisionEye beispielhaft für den Einsatz von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz, um nicht nur den Verkehrsfluss zu optimieren, sondern vor allem um die Sicherheit von Menschen zu erhöhen.