Kategorie Innovation & Technologie - 15. Januar 2026
Das ist Österreichs Industriestrategie
Mit der Industriestrategie legt die Bundesregierung eine Vision für die Zukunft und einen Plan für die sozial gerechte und ökologische Transformation der Industrie vor. Das Herzstück ist die erstmalige und klare Definition von neun Schlüsseltechnologien und Stärkefeldern.
Die Festlegung auf ausgewählte Schlüsseltechnologien und Stärkefelder ist auch ein klares Signal an Forschende und Unternehmen und geben Planungs- und Investitionssicherheit.
Mit dem Fokus auf Schlüsseltechnologien und Stärkefelder werden gezielt jene Bereiche gefördert, in den Österreich bereits zur Weltspitze zählt oder das Potenzial dazu hat.
2,6 Milliarden Euro stehen für neun Schlüsseltechnologien und Stärkefelder zunächst bis 2029 bereit.
- Künstliche Intelligenz und Dateninnovation
- Chips, Elektronische Komponenten und Systeme
- Fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik
- Quantentechnologie und Photonik
- Fortgeschrittene Werkstoffe (Advanced Materials)
- Life-Sciences & Biotech
- Energie- und Umwelttechnologien
- Mobilitätstechnologien
- Weltraum- und Luftfahrttechnologien
Ausbildung unsere Fachkräfte von morgen
Gut ausgebildete Fachkräfte sind das Fundament, um Schlüsseltechnologien zu erforschen, weiterzuentwickeln und einzusetzen. Mit den Maßnahmen der Industriestrategie 2035 im Bereich zukunftsorientierter Aus- und Weiterbildung kann das Industrieland Österreich seine Wettbewerbsposition weiter ausbauen und sichern die Teilhabe der Beschäftigten am technologischen Fortschritt.
„Mit der Industriestrategie verfolgen wir ganz konkrete Ziele: die klare Definition von Schlüsseltechnologien und Stärkefeldern zur Stärkung des Innovations- und Wirtschaftsstandorts Österreich, eine ‚Just Transition‘, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und das Vorantreiben unserer Klimaziele. Damit legen wir eine Vision bis 2035 vor und geben Planungs- und Investitionssicherheit,“ so Innovations- und Infrastrukturminister Peter Hanke.
Wir setzen im Bereich der Schlüsseltechnologien und Stärkefelder zur Unterstützung des qualitativen und quantitativen Fachkräfteangebots bewusst auf die Aus- und Weiterbildung sowie die Qualifizierung von Beschäftigten in der Industrie. Zudem werden in den Schlüsseletechnologien und Stärkefeldern neue Lehrberufe geschaffen. Entscheidend ist, dass von der Industriestrategie alle in unserem Land profitieren können.
Mobilitätstechnologien – Bahnland Österreich
Österreichs Bahnindustrie ist mit über 3 Mrd. Euro Wertschöpfung und einer Exportquote von 68% ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Bei den Pro Kopf-Ausgaben von 16,5 Euro für F&E liegt unser Land in der EU auf Platz 1. Die österreichischen Unternehmen sind am Weltmarkt erfolgreich und hoch kompetitiv. Der Anspruch von Innovations- und Mobilitätsminister Peter Hanke ist es, das Bahnland Österreich an die Spitze der exportorientierten Nationen der Welt zu führen.
Die Senkung der Energiekosten für den Bahnstrom ab 1.1.2027 verbessert die Rahmenbedingungen des Güter- und Personenverkehrs auf der Schiene und entlastet somit die Logistikkette der Industrie. Ziel ist es die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken und auf diese Weise die Rahmenbedingungen für den Güter- und Personenverkehrs auf der Schiene zu verbessern.
Die Industriestrategie stellt auch die Weichen für eine Logistikstandortstrategie. Durch Maßnahmen Bereich Digitalisierung, Klimaschutz, Ausbildung oder Innovation sowie gezielte Infrastrukturinvestitionen soll die Logistikbranche gestärkt und der Wirtschaftsstandort langfristig gesichert werden.
Um sicherzustellen, dass österreichisches Steuergeld in der heimischen Industrie und damit in der heimischen Wertschöpfung gehalten wird, bestehende Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden, gehen wir neue Wege im Förder- & Beschaffungswesen.
Dieses steht künftig unter dem Leitprinzip „Made in Europe & Partner Countries“ und stärkt damit auf heimischer und europäischer Ebene Wertschöpfung, Produktivität, Innovationstätigkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Mit der Erarbeitung eines österreichischen Aktionsplans zur strategischen öffentlichen Beschaffung schaffen wird eine klare Handlungsanleitung für die öffentliche Verwaltung geschaffen.
Mit der Industriestrategie 2035 setzt Österreich einen klaren industriepolitischen Kurs, um seine internationale Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Ziel ist es, Österreich bis 2035 unter die Top-10 der OECD-Länder bei der Industrieproduktion gemessen am Industrial Production Index zu bringen.
Grundlage dafür bilden sechs strategische Zielsetzungen: die Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, die Weiterentwicklung der wirtschaftlichen Handlungsfähigkeit in und mit Europa, die Erhöhung der Leistungsfähigkeit und Innovationskraft, der Ausbau wirtschaftlicher Resilienz, die Förderung nachhaltiger und zirkulärer Produktionsweisen sowie die gezielte Entwicklung des Fachkräftepotenzials.
Erstmals definiert die Strategie neun Schlüsseltechnologien und industrielle Stärkefelder, in die gezielt investiert werden soll. Dafür steht ein Förderbudget von rund 2,6 Milliarden Euro zur Verfügung. Insgesamt umfasst die Industriestrategie 114 konkrete Maßnahmen, die sich auf sieben zentrale Handlungsfelder verteilen: Forschung, Technologie und Innovation; Energie; Bildung, Fachkräfte und Arbeitsmarkt; Kreislaufwirtschaft, Bioökonomie und Transformation; Infrastruktur, Mobilität und wirtschaftliche Resilienz; Europa und geopolitische Herausforderungen sowie Entbürokratisierung und Finanzierung. Ergänzt wird dieser Maßnahmenkatalog durch ein umfassendes System zur laufenden Evaluierung und Weiterentwicklung.
Das Monitoring der Industriestrategie 2035 erfolgt entlang der sechs strategischen Ziele anhand ausgewählter Leistungskennzahlen, die einem kontinuierlichen Review-Prozess unterliegen. Der Produktivitätsrat wird seinen jährlichen Produktivitätsbericht um ein Wettbewerbsfähigkeitsradar erweitern, um Fortschritte messbar zu machen und gegebenenfalls Empfehlungen abzuleiten.
Zusätzlich bewertet eine neu eingerichtete Task Force Industrie – bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Bundesministerien, der Sozialpartner, der Industriellenvereinigung sowie unabhängigen Expertinnen und Experten – die jährlichen Ergebnisse. Die Bundesregierung berichtet darüber hinaus einmal jährlich über den Stand der Umsetzung der Industriestrategie.
Erarbeitet wurde die Industriestrategie 2035 in einem breit angelegten, partizipativen Stakeholder-Prozess unter der Leitung der Plattform Industrie 4.0. Aktiv eingebunden waren die Sozialpartner – Wirtschaftskammer Österreich, Landwirtschaftskammer Österreich, Bundesarbeitskammer und Österreichischer Gewerkschaftsbund –, die Industriellenvereinigung, zahlreiche nationale Agenturen wie die Austria Business Agency, das Austrian Institute of Technology, das Austria Wirtschaftsservice, die Christian Doppler Forschungsgesellschaft, die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft sowie die Standortagenturen der Bundesländer.
Ergänzend brachten zahlreiche Fachexpertinnen und -experten ihr Wissen ein. In sogenannten Sounding Boards wurden unterschiedliche Perspektiven von Unternehmen, Beschäftigten und Wissenschaft reflektiert und in den Strategieprozess integriert. Zudem flossen wissenschaftliche Studien und vertiefende Analysen in die Ausarbeitung ein. Die politische Steuerung des Prozesses lag bei den Bundesministern Wolfgang Hattmannsdorfer (BMWET) und Peter Hanke (BMIMI) sowie bei Staatssekretär Sepp Schellhorn (BMEIA).


