Kategorie Innovation & Technologie - 1. Juli 2026

Österreich schließt sich der weltweit größten CCUS-Forschungsinfrastruktur an

Europäisches Netzwerk stärkt den Innovationsstandort und unterstützt die Umsetzung der österreichischen Industriestrategie

Mit dem Beitritt Österreichs zu ECCSEL ERIC (Abkürzung für European Carbon Dioxide Capture and Storage Laboratory – European Research Infrastructure Consortium) setzt das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) einen weiteren wichtigen Schritt zur Stärkung des Forschungs-, Innovations- und Industriestandorts Österreich. Der Zugang zu Europas führendem Netzwerk für Forschungs- und Technologieinfrastrukturen im Bereich Carbon Management eröffnet neue Möglichkeiten für Wissenschaft und Wirtschaft und vertieft die europäische Zusammenarbeit in strategisch wichtigen Zukunftstechnologien.

Forschungs- und Technologieinfrastrukturen sind ein zentraler Baustein leistungsfähiger Innovationssysteme. Sie schlagen Brücken zwischen Forschung und Wirtschaft, ermöglichen die Entwicklung, Erprobung und Demonstration neuer Technologien und beschleunigen deren Weg in die industrielle Anwendung. Gerade in Zeiten knapper Budgets und zunehmenden internationalen Wettbewerbs trägt die gemeinsame Nutzung europäischer Forschungsinfrastrukturen dazu bei, vorhandene Ressourcen effizient einzusetzen, Synergien zu nutzen und die Innovationskraft Europas zu stärken.

ECCSEL ERIC ist mehr oder weniger der Zusammenschluss einer Vielzahl hochmoderner CCUSForschungseinrichtungen in ganz Europa. Durch die Vernetzung von Expertinnen mit fortschrittlicher Technologie kann das Netzwerk Lösungen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen und zur Bekämpfung des menschengemachten Klimawandels vorantreiben.

Der österreichische Beitritt zu diesem außergewöhnlichen Netzwerk leistet aber auch einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der Industriestrategie. Diese hebt den Ausbau strategischer Technologiekompetenzen, die Stärkung von Forschung und Innovation sowie die engere Vernetzung von Wissenschaft und Industrie als wesentliche Voraussetzungen für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort hervor.

Durch die Mitgliedschaft erhält Österreich Zugang zu einem europaweiten Netzwerk mit mehr als 150 Forschungs- und Demonstrationsinfrastrukturen in den Bereichen CO₂-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS), Carbon Dioxide Removal (CDR), Geothermie und unterirdische Energiespeicherung, insbesondere Wasserstoff. Gleichzeitig werden österreichische Forschungs- und Technologieinfrastrukturen Teil dieses europäischen Netzwerks und gewinnen dadurch an internationaler Sichtbarkeit. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für gemeinsame Forschungs- und Innovationsprojekte sowie den Wissens- und Technologietransfer innerhalb Europas.

Innovationsminister Hanke: „Die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts hängt entscheidend davon ab, wie schnell neue Technologien entwickelt und in die Anwendung gebracht werden können. Europäische Forschungs- und Technologieinfrastrukturen spielen dabei eine Schlüsselrolle. Mit dem Beitritt zu ECCSEL ERIC stärken wir den Forschungs- und Innovationsstandort Österreich, schaffen neue Möglichkeiten für Wissenschaft und Wirtschaft und setzen einen weiteren wichtigen Schritt zur Umsetzung unserer Industriestrategie.“

Klima- und Energiefonds koordiniert österreichisches Netzwerk

Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, betont, der Klima- und Energiefonds habe in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Förderinitiativen in den Bereichen Forschung, Innovation und klimarelevante Schlüsseltechnologien umfassendes Know-how aufgebaut. Durch die Leitung der Net-Zero Industries Mission sowie die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen kenne der Fonds die österreichische Innovationslandschaft ebenso wie die Anforderungen internationaler Kooperationen. „Diese Erfahrung bringen wir nun gezielt in die Koordination von ECCSEL ERIC ein, um österreichische und europäische Akteure und Forschungsinfrastrukturen zu vernetzen und neue Innovationspotenziale für die Industrie zu erschließen“, so Vogl.

Der Klima- und Energiefonds wird als National Node die österreichischen Aktivitäten innerhalb von ECCSEL ERIC koordinieren. Er unterstützt den Zugang heimischer Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen zum europäischen Netzwerk und fördert die Vernetzung der österreichischen Partner mit internationalen Forschungs- und Innovationsakteuren.

Über ECCSEL ERIC

ECCSEL ERIC (European Carbon Dioxide Capture and Storage Laboratory – European Research Infrastructure Consortium) ist ein europäisches Forschungsinfrastrukturkonsortium mit Sitz in Trondheim (Norwegen). Es koordiniert Forschungs- und Demonstrationsinfrastrukturen in den Bereichen CCUS, Carbon Dioxide Removal (CDR), Geothermie und unterirdische Energiespeicherung und bietet Forschenden sowie Unternehmen Zugang zu einer europaweiten Infrastruktur von mehr als 150 Anlagen. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Norwegen und das Vereinigte Königreich.