Kategorie Mobilität - 17. Februar 2026

Rekordjahr 2025: Elektromobilität in Europa legt kräftig zu

Bis zu dreistellige Wachstumsraten innerhalb von 12 Monaten

Die aktuellen EU-Zulassungsdaten für 2025, aufbereitet von OLÉ – Österreichs Leitstelle für Elektromobilität, zeichnen ein klares Bild: Die Elektromobilität in Europa hat weiter massiv an Dynamik gewonnen. Mit teils dreistelligen Wachstumsraten innerhalb von nur zwölf Monaten war 2025 ein echtes Rekordjahr für batterieelektrische Pkw (BEV). Gleichzeitig zeigen die Zahlen deutlich, dass sich der Hochlauf in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich schnell vollzieht und der Grad der Elektrifizierung stark variiert.

EU-weit wurden im Jahr 2025 insgesamt 1,88 Millionen batterieelektrische Pkw neu zugelassen. Das entspricht einem Wachstum von rund 30 Prozent gegenüber 2024 beziehungsweise knapp 430.000 zusätzlichen Fahrzeugen innerhalb eines Jahres. Der Anteil der BEV an allen Pkw-Neuzulassungen stieg im EU-27-Durchschnitt von 13,6 auf 17,4 Prozent. Damit rückt bereits der nächste Meilenstein in greifbare Nähe: 2026 dürften erstmals mehr als zwei Millionen neue batterieelektrische Pkw in einem Jahr in der Europäischen Union auf die Straßen kommen.

Ein wesentlicher Teil dieses Wachstums in absoluten Zahlen ist auf die großen Automobilmärkte zurückzuführen. Deutschland verzeichnete 2025 über 545.000 neu zugelassene BEV-Pkw und damit einen Zuwachs von mehr als 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Spanien konnte seine BEV-Neuzulassungen sogar um 77 Prozent steigern, während Polen mit einem Plus von über 160 Prozent den stärksten relativen Zuwachs aller EU-Mitgliedstaaten erreichte. Allerdings startete Polen von einem vergleichsweise niedrigen Ausgangsniveau; trotz des deutlich größeren Gesamtmarktes wurden dort 2025 weniger E-Pkw zugelassen als in Österreich. Diese Entwicklungen zeigen, dass sich das Wachstum sowohl durch volumenstarke Kernmärkte als auch durch dynamische Aufholbewegungen in anderen Ländern speist.

Wie bereits in den vergangenen Jahren liegen die höchsten BEV-Anteile weiterhin in Nordeuropa, und auch dort sind die Werte 2025 nochmals deutlich gestiegen. Dänemark führt den EU-Vergleich mit einem BEV-Anteil von 68,5 Prozent klar an, gefolgt von den Niederlanden mit 40,2 Prozent, Malta mit 37,9 Prozent, Finnland mit 37,2 Prozent, Schweden mit 36,5 Prozent und Belgien mit 34,7 Prozent. Mehrere Länder überschreiten damit bereits die marktrelevante Schwelle von einem Drittel BEV-Anteil bei den Neuzulassungen.

Gleichzeitig ist zu beobachten, dass in besonders weit entwickelten Märkten die Wachstumsraten naturgemäß etwas abflachen, während andere Regionen deutlich aufholen. Insbesondere Süd- und Osteuropa weisen teils sehr hohe Zuwächse auf, etwa Portugal mit 25 Prozent, Litauen mit 77 Prozent, Bulgarien mit 62 Prozent oder Slowenien mit 104 Prozent. Das Wachstum der Elektromobilität verteilt sich somit zunehmend breiter über den gesamten Kontinent.

Österreich liegt 2025 mit einem BEV-Anteil von 21,3 Prozent klar über dem EU-27-Durchschnitt und weiterhin unter den Top-10-Ländern Europas. Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg um 3,7 Prozentpunkte beim Anteil sowie einem Wachstum der BEV-Neuzulassungen um rund 36 Prozent.

Damit positioniert sich Österreich sowohl beim relativen Wachstum als auch beim Zulassungsanteil im oberen europäischen Mittelfeld. Der Vergleich mit den führenden Ländern zeigt jedoch auch, dass für eine weitere Annäherung an die Spitzenreiter zusätzliche Dynamiken notwendig sind, insbesondere bei der Bewusstseinsbildung, der Kostentransparenz sowie bei der Angebotsvielfalt für unterschiedliche regionale Anforderungen. Initiativen wie eMOVE Austria arbeiten bereits intensiv an diesen Themenfeldern.

Die nun vorliegenden Detailzahlen für 2025 machen deutlich, dass das Wachstum der Elektromobilität in Europa kein linearer und überall gleichmäßiger Prozess ist, sondern sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten und teils sehr großen Sprüngen vollzieht. Entscheidend für die kommenden Jahre wird sein, wie gut es den EU-Mitgliedstaaten gelingt, diese Entwicklung zu verstetigen und auf breiter Basis abzusichern. Dies schafft Planungs- und Investitionssicherheit für die produzierende Industrie, Zulieferer, den Handel sowie für Flotten- und Privatkundinnen und -kunden.

Auf europäischer Ebene wird 2026 insbesondere die Umsetzung zentraler Rahmenbedingungen wie der Alternative Fuels Infrastructure Regulation weiter vorangetrieben, um den Ausbau moderner und leistungsstarker Ladeinfrastruktur entlang wichtiger Transit- und Reiserouten sicherzustellen. 2025 markiert damit einen bedeutenden Schritt in der Elektrifizierung des europäischen Straßenverkehrs und bildet die Grundlage für die nächsten entscheidenden Etappen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Mobilität.

emove-austria.gv.at: Online-Plattform bündelt Informationen zur E-Mobilität