23. September 2026

Mobilitätsministerium sichert Millionenfinanzierung für Elektrifizierung von Zillertalbahn, Pinzgauer Lokalbahn und Murtalbahn zu

Die Zillertalbahn, die Pinzgauer Lokalbahn und die Murtalbahn stehen vor einem gemeinsamen Modernisierungsschritt: Die drei Bundesländer Tirol, Salzburg und Steiermark wollen die für die Schmalspurbahnen benötigten neuen Fahrzeuge gemeinsam ausschreiben. Damit soll der Umstieg von Diesel- auf elektrische beziehungsweise Akku-Hybrid-Antriebe vorangetrieben werden. Durch die gebündelte Beschaffung einer größeren Fahrzeugflotte erwarten sich die Länder deutliche finanzielle Vorteile – sowohl bei der Anschaffung als auch bei der späteren Instandhaltung.

Möglich wird die gemeinsame Ausschreibung durch zusätzliche Mittel des Bundes. Mit dem Doppelbudget 2027/2028 wurde das Mittelfristige Investitionsprogramm für Privatbahnen (MIP) deutlich aufgestockt. Ab 2027 stehen jährlich zusätzlich 25 Millionen Euro zur Verfügung, wodurch das Gesamtbudget auf rund 114 Millionen Euro anwächst. Damit soll die Modernisierung der Infrastruktur für den Umstieg auf moderne Akku-Hybrid-Züge ermöglicht werden.

Das Mobilitätsministerium (BMIMI) hat den Ländern Tirol, Salzburg und Steiermark zudem eine anteilige Mitfinanzierung bei der Beschaffung der neuen elektrisch betriebenen Fahrzeuge zugesichert. Damit kann die gemeinsame Ausschreibung nun unmittelbar starten.

© Murtalbahn

„Es ist uns in den Budgetverhandlungen gelungen, das Investitionsprogramm für Privatbahnen trotz spürbaren Konsolidierungsdrucks deutlich aufzustocken und damit deren Modernisierung zielgerichtet voranzutreiben. Dass sich Tirol, Salzburg und die Steiermark nun zu einer gemeinsamen Beschaffung entschlossen haben, ist ein Musterbeispiel für den effizienten Umgang mit öffentlichen Mitteln. Öffentlicher Verkehr ist Teil der Daseinsvorsorge und gerade in ländlichen Regionen müssen Menschen auf eine zuverlässige und moderne Bahn zählen können. Wer dort lebt, pendelt oder Urlaub macht, hat genauso Anspruch auf ein modernes Bahnangebot wie jemand in der Stadt.“, so Bundesminister Peter Hanke.

Gemeinsame Beschaffung bringt Synergieeffekte

Die drei Bundesländer haben ihre Ausschreibungsunterlagen in enger Zusammenarbeit harmonisiert. Dadurch sollen die unterschiedlichen Anforderungen der Zillertalbahn, der Pinzgauer Lokalbahn und der Murtalbahn in einer gemeinsamen Beschaffung zusammengeführt werden.

Für Tirol bedeutet die gemeinsame Ausschreibung einen weiteren Schritt bei der Modernisierung der Zillertalbahn. Der Umstieg auf Akku-Hybrid-Fahrzeuge soll dort weiterhin planmäßig erfolgen, die neuen Züge sollen ab 2030 im Zillertal zum Einsatz kommen. Durch die größere Bestellmenge können sowohl bei der Fahrzeugbeschaffung als auch bei Wartung und Instandhaltung Kostenvorteile erzielt werden.

Auch für die Pinzgauer Lokalbahn ist die gemeinsame Beschaffung ein wichtiger Baustein für die langfristige Modernisierung. Die neuen Fahrzeuge und die geplante Elektrifizierung sollen den Fahrkomfort erhöhen und die Bahn als zentrale Verbindung im Oberpinzgau stärken.

In der Steiermark bildet die gemeinsame Ausschreibung den Startpunkt für die weitere Dekarbonisierung und Attraktivierung der Murtalbahn. Aufgrund der in Europa seltenen Spurweite von 760 Millimetern und der vergleichsweise kleinen Flotte wäre eine isolierte Beschaffung mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Durch die Zusammenarbeit mit Tirol und Salzburg entsteht hingegen eine größere gemeinsame Nachfrage nach elektrischen Schmalspurfahrzeugen.

Mit der Modernisierung soll auch die Leistungsfähigkeit der Murtalbahn verbessert werden. Unter anderem ist vorgesehen, die Fahrzeit zwischen Unzmarkt und Murau von derzeit rund 36 Minuten auf 24 Minuten zu reduzieren.

Ausschreibungsstart steht unmittelbar bevor

In den vergangenen Monaten wurde in mehreren Projektgruppen intensiv an den gemeinsamen Ausschreibungsunterlagen gearbeitet. Der Start der Ausschreibung steht nun unmittelbar bevor. Ziel ist es, die Vorteile einer größeren Fahrzeugbestellung auch langfristig zu nutzen und dadurch die Kosten für Beschaffung und laufende Instandhaltung zu senken.

Die drei Bahnen erfüllen in ihren Regionen wichtige Funktionen im Pendelverkehr und für den Tourismus. Die Umstellung auf moderne Antriebe ist zugleich ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz – die Investitionen wirken sich darüber hinaus positiv auf die heimische Wirtschaft aus. Über mehrere Jahre hinweg entstehen Aufträge für die Bahnindustrie, den Infrastrukturbau und die regionale Bauwirtschaft. Damit sollen Wertschöpfung und Arbeitsplätze sowohl in den betroffenen Regionen als auch am Wirtschaftsstandort Österreich gesichert werden.