Kategorie Mobilität - 6. November 2025
Erste Güterzüge rollen bereits über die Koralmbahnstrecke
Schon bevor die ersten Passagiere am 14. Dezember auf der Koralmbahnstrecke unterwegs sein werden, rollen Güterzüge über die neue, 130 Kilometer lange Verbindung zwischen Klagenfurt und Graz. Anlässlich dieser Fahrten des „Schienen-Schwervekehrs“ verwiesen die ÖBB auf die Einsparungen, die sich durch die Koralmbahn ergeben würden – nicht nur, was die kürzere Strecke, sondern auch, was den niedrigeren Energieverbrauch durch eine geringere Steigung angeht.
Seit Anfang November nutzt die ÖBB Rail Cargo Group bereits die neue Verbindung zwischen Kärnten und der Steiermark. Vorstandssprecher Clemens Först freut sich über die Öffnung der neuen Strecke für Güterzüge: „Mit dem Start des Güterverkehrs auf der Koralmbahn beginnt ein neues Kapitel für den Schienengüterverkehr in Österreich. Dank der neuen Koralmbahn können wir unseren Kunden verkürzte Transportzeiten und mehr Kapazität für klimafreundliche Logistik anbieten.“
Güterzüge, die zwischen Villach Süd und Graz unterwegs sind, müssen künftig nicht mehr den Umweg über Knittelfeld, Leoben und Frohnleiten nehmen. Die neue Flachstrecke ermöglicht es, dass Züge höhere Lasten von zusätzlich 250 bis 280 Tonnen transportieren können. „So lassen sich durch kürzere Laufzeiten und effizientere Umläufe bis zu 300.000 Zugkilometer pro Jahr einsparen“, hieß es von den ÖBB. Weil entlang der Koralmbahnstrecke nur mehr eine Steigung von zehn statt 16 Promille bewältigt werden muss, wird für die Fahrten zudem weniger Energie verbraucht.

ÖBB starten Güterverkehr auf Koralmbahn v.l.n.r. Verschieber Johannes Waldhauser, ÖBB Rail Cargo Group Vorstandssprecher Clemens Först, Triebfahrzeugführer Martin Schubert © ÖBB Hofmann
Die Koralmbahn gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Europas. Sie ist 130 Kilometer lang, 50 Kilometer davon führen durch Tunnels. Zwischen Graz und Klagenfurt liegen mehr als 100 Brücken sowie 23 Bahnhöfe und Haltestellen. Zentrum der Strecke ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel, einer der längsten Eisenbahntunnel der Welt. Die Fahrzeit von Graz nach Klagenfurt verkürzt sich von über zwei Stunden auf nur 41 Minuten.
Die Südachse wird mit der Koralmbahn Teil des Ostsee-Adriatisches Meer-Korridors, der Europa von Nord nach Süd verbindet und eine der wichtigsten Güterverkehrsrouten Europas darstellt. Der Korridor verbindet Wirtschaftsräume von der Ostsee bis zur Adria, stärkt Österreich als Logistikdrehscheibe und bietet Kunden der ÖBB Rail Cargo Group schnellere, effizientere Verbindungen in Richtung Häfen und Industriezentren.
Mit der neuen Koralmbahn und der Bestandsstrecke über den Neumarkter Sattel entsteht eine viergleisige Südachse. Das bringt bis zu 30 Prozent zusätzliche Kapazität für den Güterverkehr und somit noch mehr Raum für klimafreundliche Transporte auf der Schiene. Jeder Kilometer, der künftig auf der Koralmbahn statt auf der Straße zurückgelegt wird, spart CO₂ und Energie. Damit stärken die ÖBB ihre Rolle als Rückgrat klimafreundlicher Logistik in Europa.
Nach dem Start des Güterverkehrs folgt am 14. Dezember 2025 der nächste große Schritt: Mit dem Tag des internationalen Fahrplanwechsels nehmen die ersten Personenzüge ihren Betrieb auf der Koralmbahn auf. Die volle Wirkung der Koralmbahn wird sich mit der Fertigstellung weiterer Großprojekte noch weiter entfalten. Insbesondere durch den Semmering-Basistunnel wächst die Bedeutung dieser Verbindung als Rückgrat für Mobilität, Wirtschaft und Klimaschutz in Österreich und Europa.
