24. September 2026
Treffen der Verkehrsminister in Berlin – Österreich & Deutschland stärken europäische Bahnforschung
Mobilitätsminister Hanke und Deutschlands Verkehrsminister Bilger bei erstem bilateralem Austausch in Berlin – Innovation, Automatisiertes Fahren, Brenner und Luftverkehr im Fokus – Siemens Mobility und Hitachi Rail erhalten Zuschlag für Rahmenvereinbarung zu digitalen Stellwerken der ÖBB
Am Rande der InnoTrans in Berlin traf Mobilitätsminister Peter Hanke den deutschen Verkehrsminister Steffen Bilger am Rande der Eisenbahn-Fachmesse InnoTrans zu einem ersten bilateralen Austausch. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Zukunft der europäischen Bahnforschung, gemeinsame Initiativen im Bereich der automatisierten Mobilität sowie aktuelle verkehrspolitische Herausforderungen. Beide Minister betonten die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Österreich und Deutschland.

Mobilitätsminister Hanke und Deutschlands Verkehrsminister Bilger bei ihrem erstem bilateralem Austausch in Berlin © BMIMI/Holzer
Ein zentrales Thema war die Fortführung des Europe’s Rail Joint Undertaking, der europäischen Partnerschaft für Forschung und Innovation im Bahnsektor. Das Programm läuft in seiner aktuellen Form 2027 aus. Österreich setzt sich im Sinne der Industriestrategie 2035 mit Nachdruck für eine Fortführung ein – auch Deutschland hat sich dazu klar positiv positioniert.
„Die Fortführung des Europe’s Rail Joint Undertaking ist Österreich und Deutschland ein gemeinsames Anliegen. Wenn wir mehr Menschen und Güter auf die Schiene bringen wollen, brauchen wir Innovation, die über Grenzen hinweg gedacht wird. Europäische Bahnforschung stärkt unsere Industrie, sichert gute Arbeitsplätze und bringt uns bei der Mobilitätswende entscheidend voran. Ich freue mich, dass wir hier mit Deutschland an einem Strang ziehen“, so Hanke im Anschluss an das Gespräch.
Automatisierte Mobilität: Innovation darf nicht an Staatsgrenze enden
Auch im Bereich der automatisierten Mobilität wollen Österreich und Deutschland künftig enger zusammenarbeiten. Hanke und Bilger betonten, dass es gemeinsame, grenzüberschreitende Initiativen braucht, um Forschung und Innovation in diesem Zukunftsfeld konsequent voranzutreiben. Automatisierte Mobilität kann einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit, einem besseren Angebot im öffentlichen Verkehr und einer effizienteren Nutzung der Infrastruktur leisten. Entscheidend ist dabei für Hanke, dass technologische Entwicklungen im Dienste der Menschen stehen und allen zugutekommen.
„Innovation endet nicht an der Staatsgrenze. Gerade bei der automatisierten Mobilität können wir gemeinsam mehr erreichen als jedes Land für sich. Mit Steffen Bilger hatte ich einen sehr guten, konstruktiven Austausch auf Augenhöhe. Wir sind uns einig, dass wir Forschung und Entwicklung in diesem Bereich gemeinsam und grenzüberschreitend vorantreiben wollen“, so Hanke.
Luftfahrt und Brenner weitere Themen auf der Agenda
Darüber hinaus tauschten sich die beiden Minister zu weiteren verkehrspolitischen Themen aus, darunter die aktuellen Herausforderungen in der Luftfahrtbranche. Dabei betonte Hanke die Bedeutung eines starken, wettbewerbsfähigen europäischen Luftfahrtstandorts mit fairen Rahmenbedingungen – für die Beschäftigten ebenso wie für die Anbindung Österreichs an Europa und die Welt. Hanke betonte gegenüber Bilger auch die Bedeutung der alpenquerenden Bahnverbindungen, sowie die Situation der transitbelasteten Tirolerinnen und Tiroler.
Das Gespräch fand am Rande der InnoTrans in Berlin statt, die vom 22. bis 25. September 2026 als internationale Leitmesse für Verkehrstechnik Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verkehr zusammenbringt.
ÖBB setzen mit digitalen Stellwerken auch international neue Standards
Genau dort haben die ÖBB am Dienstag auch einen Milliardenauftrag an Siemens Mobility und Hitachi Rail vergeben. Um 2,6 Milliarden Euro soll bis 2030 eine neue, digitale Generation von Stellwerken eingeführt werden, die sowohl für Cybersicherheit als auch technologische Souveränität stehen sollen.
„Einen Rahmenvertrag über 2,6 Milliarden Euro durfte ich als Pate noch nie verkünden“, sagte Mobilitätsminister Peter Hanke bei der Präsentation. „Wichtig ist, dass das Know-how bei uns bleibt.“ ÖBB-Infrastrukturvorstand Johann Pluy sprach von der „größten Leistung im Bereich Sicherungstechnik in der Geschichte der ÖBB“.
- Railway track near Ebensee in spring nice morning with blue sky
Derzeit gebe es im gesamten österreichischen Netz der Bundesbahnen (ÖBB) 650 Stellwerke mit ebenso vielen Anschlüssen und Leitungen für Strom und Klimaanlagen. Im Endausbau der Umstellung soll es österreichweit nur mehr drei große Rechenzentren geben, die über Glasfaserleitungen miteinander verbunden sind. Das würde laut Pluy zu großen Einsparungen führen, aber auch zu einer Kapazitätserhöhung auf der Schiene.
„Wir führen einen grundlegenden Paradigmenwechsel durch“, sagte Tanja Kienegger, Managing Director von Siemens Mobility Austria. 2020 wurde bereits ein Pilotprojekt in Achau an der Ostbahn begonnen. Norwegen hat im vorigen Jahr begonnen, mithilfe von Siemens seine Stellwerke stillzulegen und Eisenbahn-Signale abzubauen.
„Mit dem Digitalen Stellwerk investieren wir in das Rückgrat unseres Bahnverkehrs. 2,6 Milliarden Euro für eine moderne, digitale Sicherungstechnik bedeuten mehr Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Digitalisierung kritischer Infrastruktur heißt für mich aber auch Verantwortung: Wir setzen auf Cybersicherheit und technologische Souveränität. Mit Siemens Mobility und Hitachi Rail haben wir dafür zwei international erfahrene Unternehmen an unserer Seite, die zugleich stark am Standort Österreich verwurzelt sind und hier Arbeitsplätze sichern“, so Hanke.


