19. August 2026
Koralmbahn sorgt für Abnahme des Autoverkehrs auf der Südautobahn
Die Eröffnung der Koralmbahn zeigt laut einer aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) Wirkung auf den Straßenverkehr. Im ersten Halbjahr 2026 ist der Autoverkehr auf der A2 Südautobahn im Korridor der Koralmbahn deutlich stärker zurückgegangen als im übrigen österreichischen Autobahn- und Schnellstraßennetz.
Im Koralmkorridor wurden auf der A2 um 4,6 Prozent weniger Pkw gezählt als im ersten Halbjahr 2025. Außerhalb des Korridors ging der Autoverkehr im Durchschnitt lediglich um 0,6 Prozent zurück. Besonders deutlich war der Rückgang auf Kärntner Seite: Dort wurden um 6,3 Prozent weniger Pkw registriert, im steirischen Abschnitt waren es 3,6 Prozent weniger.
Damit war der Rückgang des Autoverkehrs im steirischen Korridor laut VCÖ rund sechsmal so stark wie im österreichweiten Durchschnitt, in Kärnten sogar rund zehnmal so stark.
„So wie bereits nach dem Ausbau und der Beschleunigung der Westbahnstrecke im Jahr 2012, hat auch die Koralmbahn zu einer Verlagerung von Autofahrten auf die Bahn geführt“, sagte VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk zu den Ergebnissen. Den allgemeinen Rückgang des Autoverkehrs führt sie auf die infolge des Irankriegs gestiegenen Spritpreise zurück: In ganz Österreich wurden bei 61 Prozent der Zählstellen weniger Pkw gezählt als im ersten Halbjahr 2025. Der Lkw-Verkehr hingegen nahm bei 81 Prozent der Zählstellen zu.
Die positive Wirkung der Koralmbahn ist für den VCÖ unbestritten – sie könne aber durch weitere Begleitmaßnahmen noch verstärkt werden. Für Pendler könnten etwa Unternehmen Anreize zum Umstieg schaffen, im Freizeitverkehr seien wiederum Maßnahmen von Ausflugszielen und Tourismusregionen gefragt.
Insgesamt wird in Österreich laut VCÖ das Potenzial, die Effizienz des Verkehrs zu erhöhen, „zu wenig ausgeschöpft“: Der Besetzungsgrad der Pkw in Österreich liegt laut Umweltbundesamt bei 1,14. Das heißt, um 100 Personen zu transportieren, sind derzeit im Schnitt 88 Pkw unterwegs.
Der am stärksten befahrene Autobahnabschnitt Österreichs war im ersten Halbjahr die Südost-Tangente (A23) in Wien: Bei der Zählstelle Baumgasse wurden insgesamt rund 34,6 Millionen Kfz verzeichnet, davon waren 95 Prozent Pkw. Die meisten Lkw wurden auf der Westautobahn (A1) zwischen Haid und Traun mit 2,58 Millionen gezählt.
