24. Juni 2026
Neue Ausschreibung fördert nachhaltige Bodenstromversorgung an Flughäfen
Der Klima- und Energiefonds startet die neue Ausschreibung „Nachhaltige Bodenstromversorgung an Flughäfen“ und stellt dafür bis zu drei Millionen Euro, dotiert aus Mitteln des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), zur Verfügung. Gefördert werden Investitionen in stationäre Bodenstromanlagen, mobile Ground-Power-Units (eGPUs) sowie stationäre und mobile Pre-Conditioned-Air-Systeme (PCA). Ziel ist es, die Energieversorgung von Flugzeugen während ihrer Standzeiten am Boden schrittweise auf emissionsfreie Systeme mit Strom aus erneuerbaren Energieträgern umzustellen.
Der Flugverkehr verursacht nicht nur während des Flugbetriebs klimarelevante Emissionen. Auch am Boden werden Flugzeuge häufig noch mittels Flugzeugtriebwerken oder dieselbetriebener Ground-Power-Units mit Energie versorgt. Diese Systeme verursachen Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen sowie Lärm. Mit der neuen Förderung sollen Flughäfen dabei unterstützt werden, frühzeitig auf nachhaltige Alternativen umzusteigen.
Mobilitätsminister Peter Hanke: „Die Dekarbonisierung des Verkehrs gelingt nur, wenn wir die gesamte Infrastruktur konsequent auf Nachhaltigkeit ausrichten. Flughäfen sind wichtige Mobilitätsdrehscheiben und benötigen eine zukunftsfähige Energieversorgung. Mit der Förderung nachhaltiger Bodenstromlösungen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, Emissionen und Lärmbelastungen am Boden deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit unserer Flughäfen zu stärken.“
Die neue Ausschreibung zur nachhaltigen Bodenstromversorgung in Österreich ist bereits geöffent. Damit steht die Förderung allen österreichischen Verkehrsflughäfen offen.
Nachhaltige Infrastruktur als Schlüssel zur Dekarbonisierung
Rund 700 Flüge werden täglich am Flughafen Wien abgefertigt, rechnet Julian Jäger, Vorstand der Flughafen Wien AG und Präsident der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Verkehrsflughäfen (AÖV) vor. „Diese Abfertigungsvorgänge nachhaltig zu gestalten hat für uns hohe Priorität.“ Die Versorgung mit nachhaltigem Bodenstrom sei dabei wichtiger Faktor. „Die Umrüstung auf nachhaltige Technologien ist aber sehr kostenintensiv und das stellt Luftfahrt-Drehkreuze und Regionalflughäfen vor beträchtliche Herausforderungen. Die Bereitschaft des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) mit dem Klima- und Energiefonds dafür Fördermittel bereitzustellen, ist daher sehr zu begrüßen und trägt wesentlich zur Ökologisierung des Flughafenbetriebs bei.“

(v.l.nr.): Julian Jger, Geschftsfhrer Flughafen Wien, Bernd Vogl, Geschftsfhrer des Klima- und Energiefonds, Bettina Ganghofer, Geschftsfhrerin Flughafen Salzburg, und Mobilittsminister Peter Hanke. ©BMIMI/Holzer
Auch für Bettina Ganghofer, Geschäftsführerin des Flughafens Salzburg ist diese Förderung ein starkes Bekenntnis zur nachhaltigen Entwicklung des österreichischen Luftfahrtstandorts. Besonders positiv sei, dass dabei auch die regionalen Flughäfen im Fokus stünden.
Mit der Ausschreibung schafft der Klima- und Energiefonds gezielte Anreize für Investitionen in moderne und emissionsfreie Energieinfrastruktur an Flughäfen. Damit werden nicht nur die Umweltbelastungen im Vorfeldbereich reduziert, sondern auch die Voraussetzungen geschaffen, um europäische Vorgaben zur nachhaltigen Energieversorgung im Luftverkehr rechtzeitig umzusetzen.
Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds: „Die Umstellung der Bodenstromversorgung auf erneuerbare und emissionsfreie Systeme ist ein konkreter und wirksamer Schritt zur Dekarbonisierung der Luftfahrtinfrastruktur. Mit unserer Förderung unterstützen wir Flughäfen dabei, notwendige Investitionen vorzuziehen, innovative Technologien rascher einzusetzen und die Klimaziele im Mobilitätsbereich aktiv voranzutreiben.“
Emissionen, Lärm und Belastungen reduzieren
Entsprechend der Verordnung (EU) 2023/1804 über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (AFIR) hat Österreich bis Jahresende 2029 dafür zu sorgen, dass auf allen Flughäfen des TEN-V-Netzes an allen Luftfahrzeugvorfeldpositionen die nachhaltige Stromversorgung stationärer Luftfahrzeuge sichergestellt ist. Ab 2030 darf diese Versorgung ausschließlich über das Stromnetz oder durch vor Ort erzeugte Energie ohne Nutzung fossiler Brennstoffe erfolgen. Die Ausschreibung unterstützt die österreichischen Flughäfen bei der frühzeitigen Umsetzung der Verordnung.
Die Ausschreibung verfolgt mehrere Ziele: die deutliche Reduktion von Treibhausgas- und Luftschadstoffemissionen, die Verringerung der Lärmbelastung im Vorfeldbereich sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende an Flughäfen. Darüber hinaus werden Aspekte der Inklusion und Gleichbehandlung berücksichtigt: Geförderte Geräte und Systeme sollen so ausgelegt sein, dass sie von Personen unterschiedlicher Körpergrößen und körperlicher Fähigkeiten sicher bedient werden können.
Die Ausschreibung „Nachhaltige Bodenstromversorgung an Flughäfen“ ist ab sofort geöffnet. Förderbar sind Investitionen in Infrastruktur und Energieversorgung, die eine emissionsfreie Energieversorgung von Flugzeugen am Boden ermöglichen und damit einen wesentlichen Beitrag zur klimafreundlichen Transformation des Luftverkehrs leisten.
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Die Einreichung von Projektanträgen bis 31.12.2027 (12:00 Uhr) ist unter diesem Link möglich.
Details zur Ausschreibung:
https://www.klimafonds.gv.at/foerderung/bodenstrom/
Leitfaden „Nachhaltige Bodenstromversorgung an Flughäfen“:
https://www.klimafonds.gv.at/wp-content/uploads/2026/05/Leitfaden_Bodenstrom.pdf

