Kategorie Innovation & Technologie - 26. November 2025

Neue »AI Factory Austria« ermöglicht erstem Unternehmen Zugang zu Europas Supercomputing-Ressourcen

Die AI Factory Austria AI:AT hat mit dem Wiener Technologieunternehmen Zenta Solutions das erste erfolgreiche Praxisbeispiel für ihren Unterstützungsansatz realisiert: Als nationale Anlaufstelle für Hochleistungsrechnen, in der Fachsprache als High Performance Computing bekannt, und die omnipräsente Künstliche Intelligenz (KI) begleitet sie den reibungslosen Zugang des Unternehmens zu europäischen Supercomputing-Ressourcen.

Die AI Factory Austria ist Teil der europäischen Initiative der AI Factories, die durch das EuroHPC Joint Undertaking und das Horizon-Europe-Programm der Europäischen Union sowie in Österreich über das BMIMI getragen wird und den Aufbau vernetzter, anwendungsorientierter KI-Infrastrukturen in ganz Europa fördert.

Für Innovations- und Infrastrukturminister Peter Hanke ist die AI Factory Austria ein „wesentlicher Baustein“ der europäischen AI Factories-Initiative. „Sie stellt nicht nur einen wesentlichen Meilenstein zur Stärkung von Österreichs digitaler Souveränität dar, sondern schafft auch die Basis dafür, dass Unternehmen von den besten europäischen Infrastrukturen profitieren können. Damit wollen wir die Digitalisierung vorantreiben, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen verbessern und die Schlüsseltechnologie KI möglichst vielen Start-ups als Türöffner für Märkte und neue Lösungen zur Verfügung stellen“, so Hanke.

Erster Anwendungsfall mit Zenta Solutions

Zenta Solutions, ein junges Spin-off der Medizinischen Universität Wien mit Schwerpunkt auf medizinischer Datenanalyse, ist das erste Unternehmen, das mithilfe der AI Factory Austria den Zugang zum EuroHPC-System Leonardo in Bologna, Italien, erfolgreich umsetzen konnte. Dort werden aktuell KI-basierte Verfahren zur Strukturierung und Auswertung medizinischer Datensätze getestet und optimiert.

Dort werden in einem ersten Schritt die Daten vollständig anonymisiert, erklärt David Haberl von Zenta. „Anschließend werden sie mithilfe bildbasierter KI-Modelle und großer Sprachmodelle analysiert, kontextualisiert und in eine strukturierte Form überführt.“ So würden aus zuvor unstrukturierten Gesundheitsdaten wertvolle Informationen entstehen, die eine „solide Grundlage für vielfältige weiterführende Anwendungen bilden, beispielsweise für die Vorhersage von Therapieansprechen“, so Haberl.

Dabei fokussiert sich Zenta auf die Nutzung sogenannter Open-Source-Modelle. Das sind offene, frei zugängliche Modelle, die vollständig lokal auf den eigenen Systemen verwendet werden können, und unabhängig von externer Cloud-Infrastruktur sind. Das stellt sicher, dass sensible Gesundheitsdaten jederzeit vor Ort verbleiben. „Derzeit testen wir unsere Methoden auf Leonardo mithilfe offener Datensätze, sowie realistisch simulierten Beispieldaten“, ergänzt Haberl.

Die AI Factory Austria fungiert dabei als One-Stop-Shop. „Wir kombinieren technische Beratung, Rechenressourcen, Trainings und Unterstützung bei der sicheren Anwendung von KI. Das hilft Unternehmen, ihre datengetriebenen Projekte schneller umzusetzen und Innovationen von der Idee bis zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle zu entwickeln“, so Karl Kugler, Co-Lead der AI Factory Austria.

Thomas Beyer, Co-Founder von Zenta Solutions, berichtet, dass sie dank der AI Factory Austria innerhalb weniger Tage auf die EuroHPC-Systeme zugreifen konnten. „Der Zugang funktioniert reibungslos – wir können unsere Modelle unmittelbar testen und weiterentwickeln, ohne eigene teure Infrastruktur aufbauen zu müssen“, so Beyer.

Fokus auf praxisorientierte Unterstützung

Die AI Factory Austria baut derzeit schrittweise ein umfassendes Serviceportfolio auf, das insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Hochleistungsrechnen und KI-Anwendungen erleichtern soll. Im Zentrum steht eine praxisnahe Unterstützung: von der Auswahl geeigneter Systeme über die technische Integration bis hin zur Weiterentwicklung datenbasierter und KI-gestützter Anwendungen. Damit wird der effiziente Transfer von Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis gezielt gefördert. Mit dem aktuellen Projekt gelingt der AI Factory Austria ein erster bedeutender Erfolg in ihrer Aufbauphase. Parallel dazu wird das Serviceangebot kontinuierlich erweitert, um künftig noch mehr heimische Unternehmen im KI-Bereich zu unterstützen und ihnen den Weg in das europäische Supercomputing-Ökosystem zu öffnen.

Der Anwendungsfall von Zenta Solutions zeige, welchen Unterschied zielgerichtete Unterstützung im Zugang zu europäischen Rechenressourcen machen kann. Thomas Mayerhofer, Head of Innovation Center der AI Factory Austria schaut deshalb positiv gestimmt voraus: „Wir stehen bereits mit weiteren Unternehmen in Kontakt, die ähnliche Bedarfe haben – und begleiten sie dabei, die für sie passenden Möglichkeiten innerhalb der AI Factory Austria und des europäischen AI-Factories-Netzwerks zu nutzen“, so Mayerhofer.

Über die AI Factory Austria AI:AT Die AI Factory Austria AI:AT ist Österreichs nationale Plattform für angewandte Künstliche Intelligenz und Hochleistungsrechnen. Sie wird vom AIT Austrian Institute of Technology gemeinsam mit Advanced Computing Austria (ACA) umgesetzt und bietet Unternehmen, Start-ups und Forschungseinrichtungen einen zentralen Zugang zu europäischen Rechenressourcen, Beratungs-, Schulungs- und Innovationsangeboten rund um KI, HPC und vertrauenswürdige Technologieentwicklung.


Zum Konsortium der AI Factory Austria zählen darüber hinaus: Die Technische Universität Wien (TU Wien), Universität Wien, Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Universität Innsbruck, Technische Universität Graz (TU Graz), Johannes Kepler Universität Linz (JKU), das Institute of Science and Technology Austria (ISTA), die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), INiTS – Vienna’s High-Tech Incubator sowie das EODC – Earth Observation Data Centre for Water Resources Monitoring GmbH.


Weitere Informationen: www.ai-at.eu

 

»AI Factory Austria« wird heimische KI-Welt mit neuem Supercomputer in neue Sphären heben