30. September 2026

Zum vierten Mal in Folge: Emissionen im Verkehr erneut deutlich gesunken

Die Treibhausgasemissionen des österreichischen Verkehrs sind 2025 deutlich zurückgegangen. Während die gesamten Emissionen Österreichs um rund 0,7 Prozent gestiegen sind, verzeichnete der Verkehr ein Minus von 6,5 Prozent. Entscheidend war vor allem der Einbruch beim Dieselabsatz – aber auch das Wachstum der Elektromobilität zeigt zunehmend Wirkung

Österreichs Verkehr hat 2025 bei den Treibhausgasemissionen einen deutlichen Schritt nach unten gemacht. Nach der aktuellen Nahzeitprognose (Nowcast) des Umweltbundesamtes gingen die Emissionen des Verkehrssektors gegenüber 2024 um 6,5 Prozent zurück. Das entspricht rund 1,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Damit ist der Verkehr einer der auffälligsten gegenläufigen Trends in der österreichischen Klimabilanz: Insgesamt stiegen die Treibhausgasemissionen Österreichs 2025 um rund 0,7 Prozent auf vorläufig 67,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent.

Die Verkehrsemissionen liegen damit bei rund 18,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Gleichzeitig ist die Verkehrsleistung im Inland weitgehend stabil geblieben. Der Personenverkehr ging lediglich um 0,1 Prozent zurück, die Güterverkehrsleistung stieg sogar um 0,5 Prozent. Der Rückgang der Emissionen lässt sich daher nicht einfach mit weniger Mobilität erklären.

 

Eine zentrale Rolle spielt der Straßengüterverkehr. Besonders stark gingen die Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge zurück. Nach den vorliegenden Berechnungen sanken sie um 24,4 Prozent. Auf diese Fahrzeuggruppe entfielen rund 97 Prozent des gesamten Emissionsrückgangs im Verkehr.

Ein wesentlicher Grund dafür ist der Rückgang des Dieselverbrauchs. Laut Umweltbundesamt sank der Absatz von Dieselkraftstoff 2025 um 7,3 Prozent. Gleichzeitig stieg der Benzinabsatz leicht um 0,7 Prozent. Dabei spielem auch Kraftstoffexporte eine Rolle – gemeint ist hier der sogenannte Tanktourismus. Mit der Annäherung der Preise in Österreich und den umliegenden Staaten ging dieser Effekt zurück. Weniger in Österreich verkaufter Diesel schlägt sich damit auch in der österreichischen Emissionsbilanz nieder.

Elektromobilität gewinnt an Bedeutung

Neben diesen kurzfristigen Effekten verändert sich aber auch die Fahrzeugflotte. Der Anteil batterieelektrischer Pkw an den Neuzulassungen stieg 2025 auf 21,3 Prozent und eilt Monat für Monat zu weiterer Rekorde. Der Bestand an batterieelektrischen Pkw (BEV) wuchs im Untersuchungszeitraum bis Ende 2025 auf rund 258.000 Fahrzeuge – ein Plus von etwa 27 Prozent. Aktuell sind es inzwischen knapp 310.000 BEV.

Das Umweltbundesamt stellt ebenfalls fest, dass der zunehmende Trend zu elektrischen Antrieben die Emissionsbilanz des Verkehrs positiv beeinflusst. Gleichzeitig verlieren klassische Antriebe bei den Neuzulassungen an Bedeutung. Der Anteil von Diesel-Pkw lag 2025 nur noch bei 16,1 Prozent. Elektrische Fahrzeuge gewinnen damit weiter Marktanteile.

Während Spritpreise infolge regelmäßiger Ölpreisschocks auf Rekordhöhen klettern, sind die E-Ladepreise im selben Zeitraum sogar gesunken. Das zeigt ein aktueller Vergleich der AustriaTech auf Basis der E-Control zu stark volatilen #FossilFuels & seit Jahresbeginn relativ konstanten Ladepreisen.

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— Bundesministerium für Innovation, Mobilität & Infrastruktur (@bmimi.gv.at) 24. September 2026 um 09:03

Der Wandel findet allerdings bei wachsendem Fahrzeugbestand statt: Auf Österreichs Straßen waren 2025 rund 5,3 Millionen Pkw unterwegs. Der Motorisierungsgrad lag bei etwa 573 Pkw je 1.000 Einwohner. Sinkende Verkehrsemissionen bedeuten daher nicht, dass weniger Autos unterwegs sind.

Personenverkehr bleibt nahezu unverändert

Auch bei der Mobilitätsnachfrage zeigt sich ein differenziertes Bild. Die gesamte Personenverkehrsleistung blieb 2025 praktisch konstant. Der motorisierte Individualverkehr verlor leicht an Bedeutung, während Bahn und öffentlicher Verkehr moderat zulegten.

Noch deutlicher wird die Entwicklung beim Güterverkehr: Insgesamt nahm die Verkehrsleistung um 0,5 Prozent zu. Die Schiene legte dabei mit 2,6 Prozent deutlich stärker zu als die Straße mit 0,3 Prozent. Der Straßengüterverkehr bleibt allerdings weiterhin der mit Abstand größere Verkehrsträger.

 

Die Zahlen zeigen damit: Der aktuelle Rückgang der Emissionen ist nicht allein das Ergebnis einer Verlagerung von Verkehr auf klimafreundlichere Verkehrsmittel. Ein erheblicher Teil des Rückgangs ist auf den geringeren Dieselverbrauch, den rückläufigen Kraftstoffexport und eine etwas schwächere Konjunktur zurückzuführen.

Eine weitere Rolle spielen die in Österreich eingesetzten Biokraftstoffe. Die in Verkehr gebrachten Mengen wurden erneut erhöht. Sie bleiben damit eine wichtige kurzfristig wirksame Maßnahme zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor.

Langfristig verändert sich die Zusammensetzung der Antriebe jedoch stärker: Der steigende Anteil batterieelektrischer Fahrzeuge reduziert den Einsatz fossiler Kraftstoffe, während effizientere Fahrzeuge ebenfalls zur Emissionsminderung beitragen. Die Verkehrsemissionen sind nun das vierte Jahr in Folge gesunken, weshalb der Rückgang von 2025 einen längerfristigen Trend bestätigt. Von einer vollständigen Trendwende kann allerdings noch nicht gesprochen werden: Die Emissionen des Verkehrssektors liegen noch immer um rund 33 Prozent über dem Niveau von 1990.

Zudem ist der aktuelle Rückgang nicht ausschließlich struktureller Natur. Gerade der starke Rückgang bei schweren Nutzfahrzeugen und beim Dieselabsatz steht auch mit der schwächelnden wirtschaftlichen Entwicklung und einem geringeren Kraftstoffexport in Zusammenhang. Ob sich die Entwicklung dauerhaft fortsetzt, wird sich daher erst in den kommenden Jahren zeigen.

Das Umweltbundesamt sieht trotz des Rückgangs weiteren Handlungsbedarf. Für die Erreichung der Klimaziele bis 2030 und Klimaneutralität bis 2040 seien zusätzliche, rasch wirksame Maßnahmen in sämtlichen Sektoren notwendig.

Wichtig dabei: Die Zahlen für 2025 sind noch vorläufig. Sie stammen aus dem NowCast des Umweltbundesamtes und bilden den Wissensstand von Juli 2026 ab. Die umfassenden Ergebnisse der Österreichischen Luftschadstoff-Inventur sollen im Jänner 2027 veröffentlicht werden und können von der aktuellen Prognose abweichen.