Kategorie Innovation & Technologie - 29. Januar 2026

Abheben mit Verantwortung: Österreichs Drohnenzukunft nimmt Gestalt an

„Take off together“ – unter diesem Motto versammelten sich am 28. Jänner 2026 über 250 Expert:innen, Anwender:innen und Entscheider:innen aus Verwaltung, Industrie, Forschung und Praxis im Austro Tower zum Österreichischen Drohnenforum. Eingeladen hatten das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI), die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und Austro Control. Im Mittelpunkt standen aktuelle regulatorische Entwicklungen, technologische Innovationen und der gemeinsame Blick auf die Zukunft des Drohneneinsatzes in Österreich.

Zur Eröffnung unterstrich Bundesminister Peter Hanke die strategische Bedeutung von Drohnentechnologien für Österreich. Drohnen seien längst mehr als technische Spielerei: Sie retten Leben, erhöhen die Sicherheit bei Infrastruktureinspektionen und eröffnen neue wirtschaftliche Perspektiven. „Österreich soll bei dieser Entwicklung nicht nur mitfahren, sondern mitgestalten“, betonte Hanke und verwies auf das rasante Wachstum des globalen Drohnenmarktes.

Klare politische Signale für den Drohnenstandort Österreich

Ein zentrales Anliegen des Ministers ist es, Innovation aktiv zu ermöglichen. Neben gezielten Förderungen gehe es vor allem um geeignete Erprobungsräume: „Schnell erproben, sicher integrieren, nachhaltig skalieren – das ist unser Ansatz“, so Hanke mit Blick auf geplante erweiterte Testkorridore in Zusammenarbeit mit der Austro Control. Sicherheit solle dabei primär durch technologische Lösungen adressiert werden – etwa durch Projekte zu Drohnen-Identifikation, Kollisionsvermeidung und automatisiertem Luftraummanagement.

Der erste Programmteil widmete sich daher auch den regulatorischen Rahmenbedingungen von Drohnenflügen. Im Fokus dabei auch nationale Neuerungen, insbesondere die Novelle der Luftverkehrsregeln (LVR) sowie neue Geo-Zonen-Regelungen. Zum Hintergrund: In Österreich gelten strenge Geo-Zonen-Regeln, die Flüge in Kontrollzonen etwa um Flughäfen, über Menschenansammlungen, in Naturschutzgebieten und militärischen Sperrgebieten einschränken oder verbieten.

Österreich hat entsprechend der EU-Drohnenverordnung Geo-Zonen in den Luftverkehrsregeln (LVR) definiert. Diese wurden im vergangenen Jahr angepasst und auch neue Zonen eingerichtet. Die betroffenen Lufträume sind in Österreich in der App „Dronespace“ sowie in der Desktop-Version im Web visuell dargestellt.

Das Fliegen einer Drohne ist demnach immer mit großen Verantwortlichkeiten verbunden. Vor jedem Flug muss sehr genau überprüft werden, wo eine Drohne fliegen darf und wo nicht. In eine nicht genehmigte Flugzone einzudringen, könnte nicht nur Unfälle provozieren sondern auch schwere Geldstrafen nach sich ziehen.

Europäische & nationale Drohnenlösungen

Ein weiteres Panel „Regulation meets Innovation“, moderiert von der Leiterin der Gruppe Luftfahrt und damit obersten Zivilluftfahrtbehörde im BMIMI, Karin Puleo-Leodolter, diskutierten Vertreter:innen von EASA, Austro Control und AAD über die praktische Umsetzung neuer Regelwerke und die Balance zwischen Sicherheit und Innovationsspielräumen.

Diese wurden auch in direkt in der Praxis begutachtet, in sieben Gallery Walks, die einen interaktiven Einblick in aktuelle österreichische Forschungs- und Entwicklungsprojekte boten. Vorgestellt wurden unter anderem Schwarmkonzepte mit Sprachmodellen (AMASS), spektroskopische Methandetektion (SpecDrone), GNSS-unabhängige Navigation in Tunneln (NIKE-SwarmNav) sowie Drohnenbetrieb unter Extremwetterbedingungen (IceDrone). Die Bandbreite zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig Drohnentechnologie in Österreich gedacht und weiterentwickelt wird.

Weitere Programmpunkte widmeten sich Fördermöglichkeiten, praktischen Anwendungsmöglichkeiten und rechtlichen Fragen. Vera Eichberger und Sabine Kremnitzer (FFG) informierten über aktuelle Förderprogramme. In zwei Pitch-Sessions präsentierten unter anderem ÖBB, ASFINAG und Austrian Power Grid ihre Drohnenanwendungen, während innovative Projekte wie Sense&Avoid, NIKE MATE und Top Drone ihre Lösungen vorstellten.

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