Kategorie Innovation & Technologie - 5. März 2026
Patentamt verzeichnet deutlichen Anstieg bei Erfindungen
Zahlen des Österreichischen Patentamts im Jahr 2025 zeigen positive Entwicklung – besonders hoher Anstieg im Markenbereich, auch Zahl der Erfindungen höher als 2024
Österreichs Innovationslandschaft befindet sich im Aufwärtstrend: Nach einem leichten Rückgang 2024 wurden im Jahr 2025 wieder mehr Erfindungen angemeldet; bei den Markenanmeldungen war das erste Plus seit 2021 zu verzeichnen. Das zeigt der aktuelle Jahresbericht des Österreichischen Patentamts, der heute veröffentlicht wurde.
Insgesamt wurden beim Österreichischen Patentamt 2.272 Erfindungsanmeldungen (Patente und Gebrauchsmuster) gemacht – ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber 2024. Bei den Marken ist die Steigerung noch deutlicher: 5.022 angemeldete Marken bedeuten einen Zuwachs von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Diese Zahlen sind ein äußerst positives Signal für den Wirtschaftsstandort“, so Innovationsminister Peter Hanke. Sie zeigten, dass die Innovationskraft der Österreicherinnen und Österreicher nicht nur ungebrochen, sondern sogar im Steigen ist. „Das Österreichische Patentamt leistet mit seiner Expertise und seinen Services einen wesentlichen Beitrag dazu, dass aus guten Ideen geschützte Innovationen werden, die am Markt bestehen können. Denn geistiges Eigentum ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen.“
Der deutliche Aufschwung sowohl bei Erfindungen als auch bei Marken mache Stefan Harasek, Präsident des Österreichischen Patentamts, zuversichtlich. „Es zeigt sich, dass trotz herausfordernder wirtschaftlicher Lage gerade auch kleine und mittlere Unternehmen den Wert ihres geistigen Eigentums zunehmend erkennen und Patente und Marken als wichtige Assets im Wettbewerb schützen lassen. Damit wir alle kreativen und innovativen Köpfe in Österreich bestmöglich unterstützen können, optimieren und modernisieren wir stetig unser Serviceangebot“, so Harasek.
Die meisten Erfindungsanmeldungen kommen aus Oberösterreich
Das erfindungsreichste Bundesland im Jahr 2025 war erneut Oberösterreich mit 496 Erfindungen, gefolgt von der Steiermark (435 Erfindungen) und Wien (428 Erfindungen). Geht es nach den Erfindungen pro Kopf, liegt Vorarlberg an erster Stelle.
Wie in den Jahren zuvor ist das steirische Unternehmen AVL List der größte einzelne Patentanmelder mit 179 angemeldeten Erfindungen. Auf Platz zwei liegt die Julius Blum GmbH mit 105 Erfindungen, Platz drei hält Siemens Mobility Austria mit 32 Erfindungen.
Mit der TU Wien (25 Anmeldungen, Platz 5 im Ranking) war 2025 auch eine Universität unter den Top-Einzelanmeldern vertreten. Das Austrian Institute of Technology (AIT) ist mit 12 angemeldeten Erfindungen die aktivste außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Sachen geistiges Eigentum.
2025 – ein Jahr der starken Marken
Mit 5.022 Markenanmeldungen wurde im vergangenen Jahr erstmals seit 2021 wieder die 5000er-Marke geknackt. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet das Patentamt in diesem Bereich ein Plus von 13 Prozent. Zudem wird die Unionsmarke in Österreich immer beliebter: 2025 haben österreichische Anmelder:innen 4.095 Unionsmarken beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum EUIPO eingereicht – das bedeutet ein Plus von 15,5 % gegenüber 2024 und Rang 7 unter allen EU-Staaten.

Internationale Markenanmeldungen durch Österreicher:innen bei der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO). EU-Mitgliedsstaaten werden hier nicht gesondert ausgewiesen, da Markenschutz in der EU über eine Unionsmarkenanmeldung beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) erworben wird.
Auch das Internationale System zur Anmeldung von Marken über die Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO) erfreut sich großer Beliebtheit bei Österreichischen Markenanmelderinnen und Markenanmeldern. Die beliebtesten Länder, in denen Österreicher:innen Markenschutz suchen, sind die Schweiz, das Vereinigte Königreich und die USA. Umgekehrt suchen weiterhin viele Anmelder:innen – 2025 waren es 1.567 – Markenschutz in Österreich. Diese kommen hauptsächlich aus Deutschland, der Schweiz und China.
Auch bei den Services & Dienstleistungen verzeichnet das Österreichische Patentamt Zuwächse: Erstmals wurden in einem Jahr mehr als 1.000 Erfindungs-Services in Anspruch genommen. Diese reichen von niederschwelligen Beratungsangeboten wie IP Buddy für Schüler:innen und Studierende über Recherchen wie den Erfindungs-Check bis zu speziellen Angeboten für KMU wie dem Patent.Scheck. Auch die Marken-Services wie der Pre Check Marke und die Markenähnlichkeitsrecherche werden immer beliebter: 738 Marken-Services im Jahr 2025 sind ebenfalls ein neuer Rekord.


