Kategorie Innovation & Technologie - 5. Mai 2026

Trotz Rückgangs der Emissionen im Verkehr: Umweltbundesamt verzeichnet leichten Anstieg beim Treibhausgas-Ausstoß

Das Umweltbundesamt hat eine erste Abschätzung für die Treibhausgas-Emissionen (THG) im Jahr 2025 erstellt: Nach diesen Berechnungen steigen die Emissionen 2025 gegenüber dem Jahr 2024 um rund ein Prozent, das wäre eine Zunahme von ca. 0,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Im Bereich des Verkehrs wird jedoch eine deutliche Abnahme der Emissionen (rund 6,3 Prozent) erwartet. Die vorläufigen Daten (Datenstand Februar 2026) zeigen Treibhausgas-Emissionen in Höhe von rund 67,3 Mio. Tonnen.

„Unsere Abschätzung für das Jahr 2025 zeigt einen Anstieg der Treibhausgas-Emissionen um ca. ein Prozent. Das zeigt einmal mehr, wie notwendig es ist, kontinuierlich Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen und auf Erneuerbare Energieträger umzusteigen“, so Günther Lichtblau, Klimaexperte des Umweltbundesamts. Die Reduktion der Treibhausgase bleibt daher weiterhin eine gemeinsame Aufgabe für die Bundesregierung – auch wenn es etwa wie im Verkehr einen kontinuierlichen Abwärtstrend bei den Emissionen gibt.

Erneut deutlicher Rückgang im Sektor Verkehr erwartet

Als Gründe für den Anstieg der Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 nennt das Umweltbundesamt hauptsächlich die höhere Industrieproduktion, mehr Stromerzeugung in Gaskraftwerken aufgrund niedrigerer Wasserstände in den Flüssen und den höheren Heizenergiebedarf bei Endverbraucherinnen und Endverbrauchern im Vergleich zu 2024. Dämpfend haben 2025 der deutlich geringere Dieselverbrauch, bereits beschlossene und umgesetzte Maßnahmen zur Treibhausgasreduktion und die anhaltend schwache wirtschaftliche Entwicklung in Österreich gewirkt. Dadurch ergibt sich für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels ein differenzierteres Bild: Obwohl die EU-rechtliche Höchstmenge an Treibhausgasemissionen im Jahr 2025 überschritten wird, legen die aktuellen Berechnungen nahe, dass Österreich das Ziel für die Abrechnungsperiode 2021 bis 2025 einhalten dürfte.

 

Im Emissionshandelsbereich ist nach den vorläufigen Daten (Datenstand Februar 2026) gegenüber 2024 ein Anstieg um 1,5 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent (6,3 Prozent) auf insgesamt 25,4 Mio. Tonnen zu erwarten. Demnach wurde 2025 deutlich mehr Erdgas für die Stromerzeugung als 2024 eingesetzt. In der produzierenden Industrie kommt der Emissionszuwachs insbesondere aus der Stahlproduktion.

Für die Sektoren außerhalb des Emissionshandels rechnen die Expertinnen und Experten des Umweltbundesamts in ihrer ersten Analyse für 2025 mit rund 41,8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Das bedeutet einen Rückgang um rund zwei Prozent (0,8 Mio Tonnen) gegenüber 2024. Damit liegen die Emissionen 1,1 Mio. Tonnen über der für 2025 gültigen Höchstmenge von rund 40,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Während im Sektor Verkehr eine deutliche Abnahme der Emissionen (rund 6,3 Prozent) erwartet wird, verzeichen die Expertinnen und Experten im Gebäudesektor den deutlichsten Emissionszuwachs (rund 7,4 Prozent). Die Entwicklung wird in diesem Sektor maßgeblich mit der Witterung in Zusammenhang gebracht. So werden 2025 deutlich mehr Heizgradtage verzeichnet als in den überdurchschnittlich warmen Jahren davor. Dies zeigt sich auch im Verbrauch von Heizöl und Erdgas.

Über die vorläufigen Daten für 2025

Die Berechnungen wurden auf Basis verfügbarer Statistiken und Daten für das Jahr 2025 und Abschätzungen von Expertinnen und Experten erstellt (Datenstand Februar 2026). Dazu gehören beispielsweise die monatlichen Energieverbrauchs- und Produktionszahlen, Anzahl der Heizgradtage sowie aktualisierte Vieh- und Düngemittelstatistiken. Die vorliegenden vorläufigen Berechnungen zu den Treibhausgas-Emissionen für das Jahr 2025 sind noch mit größeren Unsicherheiten behaftet. Detailliertere Aussagen sind mit dem jährlichen Nowcast im August 2026 zu erwarten.