20. Mai 2026
Semmering-Basistunnel: Ab Ende 2029 beginnt ein neues Bahnzeitalter auf der Südstrecke
Erste Züge werden schon 2029 durch Semmering-Basistunnel fahren
Fast 15 Jahre nach dem Baustart hat der Semmering-Basistunnel einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: Erstmals hat eine offizielle Delegation den Tunnel vollständig von Gloggnitz in Niederösterreich bis nach Mürzzuschlag in der Steiermark durchfahren. Angeführt wurde die Fahrt von Mobilitätsminister Peter Hanke und ÖBB-CEO Andreas Matthä. Mit dabei waren außerdem Nationalratspräsidentin Doris Bures sowie die Verkehrssprecherinnen und Verkehrssprecher der Parlamentsparteien.

Mit einer kleinen Busflotte wurde der Semmering-Basistunnel erstmals von Gloggnitz nach Mürzzuschlag durchfahren. © Christoph Kleinsasser
Die Durchfahrt erfolgte noch nicht auf Schienen, sondern mit Kleinbussen. Dennoch gilt sie als symbolischer Schritt auf dem Weg zur Fertigstellung eines der größten Infrastrukturprojekte Österreichs. Gleichzeitig wurde nun auch der Zeitplan konkretisiert: Ab Ende 2029 sollen die ersten Züge regulär durch den Semmering-Basistunnel verkehren.
Mit dem 27,3 Kilometer langen Tunnel wollen die ÖBB die Südstrecke zwischen Niederösterreich und der Steiermark deutlich beschleunigen. Künftig sollen Reisende und Güter schneller und effizienter unterwegs sein – nicht mehr über den Semmering, sondern direkt durch den Berg. Laut ÖBB verkürzt sich damit auch die Reisezeit zwischen Wien und Graz auf rund 1 Stunde und 50 Minuten.
Mobilitätsminister Peter Hanke bezeichnete den Tunnel als „Jahrhundertprojekt“ für Österreich. Dieses werde Menschen näher zusammenbringen, den Wirtschaftsstandort stärken und gleichzeitig Verkehr klimafreundlich auf die Schiene verlagern. „Die schnelleren Verbindungen auf der Südstrecke sind ein großer Gewinn für Pendlerinnen und Pendler, für die Regionen und für ganz Österreich.“ Auch ÖBB-CEO Andreas Matthä sprach von einem „historischen Meilenstein“ auf dem Weg, Österreich zum „Bahnland Nummer eins in Europa“ zu machen.
Nationalratspräsidentin Doris Bures, die auch als Tunnelpatin fungiert, erinnerte bei der Fahrt an die lange politische Vorgeschichte des Projekts. Erst nach jahrelangen Diskussionen zwischen den betroffenen Bundesländern sei eine gemeinsame Lösung gelungen, die den Bau des Tunnels möglich gemacht habe.
Nach dem finalen Tunneldurchschlag Ende 2024 konzentrieren sich die Arbeiten derzeit auf die technische Ausstattung der beiden Tunnelröhren. Seit vergangenen Sommer werden Gleisanlagen, Leitungen sowie Sicherheits- und Steuerungssysteme installiert. Aufgrund der gewaltigen Dimensionen des Projekts rechnen die ÖBB mit einer mehr als dreijährigen Ausrüstungsphase, bevor Ende 2029 die ersten Züge durch den Tunnel fahren können.
Profitieren von diesem Projekt wird auch ganz besonders der Güterverkehr. Die ÖBB sprechen gar von einer Revolution auf der Tunnelstrecke zwischen Gloggnitz (NÖ) und Mürzzuschlag (Stmk). Ermöglicht wird dann nämlich eine flachere Strecke (8 statt 28 Promille Steigung), wodurch schwere Güterzüge ohne zusätzliche Lokomotiven fahren können, was den Transport schneller, effizienter und umweltfreundlicher macht.
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