Kategorie Innovation & Technologie - 19. Mai 2026
SMILE: ESA-Mission erfolgreich gestartet
Wie genau reagiert das magnetische Schutzschild der Erde auf Weltraumwetter? Um diese Frage zu beantworten, hat die europäische Raumfahrtagentur ESA die SMILE-Mission ins All geschickt. Der Satellit hob Dienstagfrüh an Bord einer Vega-C-Rakete und mit Technologie aus Österreich vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou in Französisch-Guayana ab.
Mit dem SMILE-Satelliten („Solar Wind Magnetosphere Ionosphere Link Explorer“) will die Europäische Raumfahrtbehörde ESA in Kooperation mit der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) herausfinden, wie das magnetische Schutzschild der Erde auf den Sonnenwind reagiert, was genau hinter den Polarlichtern steckt und wie sich Phänomene wie etwa geomagnetische Stürme auf Satelliten, elektronische Geräte, Navigationssysteme, Flugverkehr und Stromnetze auf der Erde auswirken. Solche Weltraumwetterereignisse will man mithilfe des Satelliten künftig vielleicht sogar vorhersagen können.
Instrumente zu Polarlichtern, Magnetfeld & Sonnenwind
Die Mission soll das Verständnis des Schutzschildes verbessern und erstmals Position, Form und Ausdehnung der Magnetosphäre als Ganzes darstellen. Auch darüber, wie Sonnenwinde Polarlichter und Stürme auslösen, erhoffen sich Forscherinnen und Forscher ein umfassendes Bild.
✅ Mission success for Smile.
Following lift-off on Vega-C at 05:52 CEST, separation at 06:48 CEST and solar panels deployment at 06:49 CEST, Smile is now underway to study Earth’s magnetic shield.
🔗 www.esa.int/Science_Expl…
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— European Space Agency (@esa.int) 19. Mai 2026 um 07:18
SMILE ist mit vier wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattet – darunter auch Technologie aus Österreich: Mit einer Röntgenkamera, einer Ultraviolettkamera, einem Ionenspektrometer und einem Magnetometer. Die gesamte Hardware für den Steuercomputer der Röntgenkamera wurde dabei von einem Team des Instituts für Weltraumforschung (IWF) in Graz geliefert. Dort wurde die Datenverarbeitungseinheit – bestehend aus in Graz selbst gebauten Elementen und aus Teilen von Lieferanten – auch getestet, zum Beispiel auf Erschütterungen und auf elektromagnetische Empfindlichkeit. Das niederösterreichische Unternehmen Space-Lock lieferte einen Haltemechanismus für die Röntgenkamera, und die Software für den Steuercomputer der Röntgenkamera kam vom Institut für Astrophysik der Universität Wien.
Das können die vier Instrumente: Mit der Röntgenkamera soll die sonst nicht sichtbare Magnetosphäre abgebildet werden. Die Ultraviolettkamera kann mehr als drei Tage am Stück Polarlichter erfassen. Das Magnetometer zeichnet das Magnetfeld auf und das Ionenspektrometer nimmt die Energie und Einfallsrichtung von Sonnenwind-Partikeln auf.
Langer Weg bis zum Zielorbit
Die Rakete bringt den Flugkörper zunächst einmal in eine erdnahe Umlaufbahn in einer Höhe von etwa 700 Kilometern. Durch mehrere Schübe soll der Satellit dann schließlich in seinen Zielorbit kommen: eine elliptische Umlaufbahn, die zwischen 5.000 und 121.000 Kilometer von der Erde entfernt ist. Bis erste wissenschaftliche Daten der dreijährigen Mission verfügbar sind, dürfte es mehrere Monate dauern.
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