6. Juli 2026

Spatenstich für zweite Bauetappe der A26 Westumfahrung Linz

Am Freitag erfolgte im Beisein von Mobilitätsminister Peter Hanke der offizielle Spatenstich für die zweite Bauetappe des Linzer Westrings (A26) erfolgt. Ein mehr als drei Kilometer langer Tunnel durch den Freinberg soll die Ende 2024 eröffnete Donautalbrücke mit der A7 verbinden. Die Verkehrsfreigabe der zwei getrennten Röhren – mit jeweils zwei Fahrspuren – ist gemeinsam mit der Unterflurtrasse Waldeggstraße für 2032 geplant.

Die Gesamtkosten für den Westring belaufen sich auf 1,2 Milliarden Euro, wobei das Land Oberösterreich zehn Prozent und die Stadt Linz fünf Prozent der Kosten tragen, wie die ASFINAG mitteilte. Der Durchzugsverkehr soll so zum größten Teil unter der Erde verschwinden.

Auch in der zweiten Bauetappe für die A26 wird unteriridisch gebaut. © APA/TEAM FOTOKERSCHI

Für optimale Anbindungen an der künftigen Anschlussstelle Bahnhof werden drei Tunnelröhren und vier Straßenebenen übereinander angeordnet. Die Strecke tritt kurz vor der Westbrücke an die Oberfläche. Diese Querung der Bahngleise wird im Anschluss als Schrägseilbrücke neu errichtet.

Die Entlastung wird in Urfahr entlang der Rudolfstraße, auf der Nibelungenbrücke sowie ganz besonders im Abschnitt Waldeggstraße spürbar. Die Waldeggstraße und deren Verbindungen bleiben bestehen, werden jedoch umfangreich neugestaltet. Das umfasst großzügigere Gehwege, Busspuren und einen optimierten Radweg für mehr Sicherheit und Komfort. Zusätzlich wird der Bereich umfangreich neu begrünt.

Ablauf der Bauarbeiten

Nach Einrichtung der Baustelle beginnen der Umbau der Waldeggstraße sowie die Arbeiten am Freinbergtunnel von der Donau aus zeitgleich. Während des Baus der Unterflurtrasse auf der Waldeggstraße stehen weiterhin zwei Fahrspuren pro Richtung zur Verfügung. Während der Bauphase bleiben Geh- und Radwegverbindungen provisorisch aufrecht, ebenso ist der Zugang zum öffentlichen Verkehr möglich.

Mit dem Start der zweiten Bauetappe der A26 Linzer Autobahn geht eines der größten und technisch anspruchsvollsten Infrastrukturprojekte Österreichs in seine nächste und zentrale Phase. Nach dem bereits realisierten ersten Abschnitt rund um die Donautalbrücke – deren Verkehrsfreigabe Ende 2024 erfolgte – setzt die ASFINAG nun das Verbindungsstück zwischen dem Donautal und der A7 Mühlkreis Autobahn um.

Im Mittelpunkt der Bauarbeiten steht der rund drei Kilometer lange Tunnel Freinberg, in dem künftig der Verkehr unterirdisch durch den westlichen Stadtbereich fließen wird. Ergänzt wird dieser durch die 600 Meter lange Unterflurtrasse Waldeggstraße, sowie baulich sehr komplexe Knotenpunkte im Bereich Bahnhof und im Stadtteil Hummelhof. Ziel der ASFINAG ist eine leistungsfähige Verbindung bei gleichzeitig deutlicher Entlastung der Linzerinnen und Linzer durch die Reduktion des innerstädtischen Verkehrs.

Technisch stellt insbesondere der Tunnelbau hohe Anforderungen: Der Freinbergtunnel wird in sogenannter bergmännischer, vollständig unterirdischer Bauweise errichtet – mit Sprengungen als auch mechanisch mit Baggern oder Fräsen. Grund dafür ist, dass er sowohl Fest- als auch Lockergestein durchquert. Im Nachtzeitraum wird es zu keinen Sprengungen kommen.

 

Die Unterflurtrasse Waldeggstraße wird mittels sogenannter offener- oder Deckelbauweise errichtet. Das bedeutet, dass zuerst deren künftige Seitenwände und Oberfläche gebaut werden. Erst danach wird das Erdreich in dieser Schale ausgehoben, sodass man darüber kaum etwas davon mitbekommt. Für optimale Anbindungen an der künftigen Anschlussstelle Bahnhof ordnet die ASFINAG hier drei Tunnelröhren und vier Straßenebenen übereinander an. Dieser Ablauf entspricht nicht einem „klassischen“ Tiefbauprojekt der ASFINAG, es ist eher mit dem Bau einer U-Bahn vergleichbar.

Dabei wird der Fließverkehr fast durchgehend aufrechterhalten, für die ASFINAG eine zentrale Herausforderung im hochfrequentierten und dicht bebauten urbanen Umfeld.

Nachhaltig, anrainer- und umweltschonend

Die A26 wird mit umfassenden Maßnahmen zum Schutz von Anrainerinnen und Anrainern sowie der Umwelt umgesetzt. Rund 500.000 Kubikmeter Ausbruchmaterial werden großteils per Schiff über die Donau abtransportiert. Dadurch werden etwa 75.000 Lkw-Fahrten durch das Linzer Stadtgebiet vermieden.

Das Baufeld ist mit bis zu vier Meter hohen Schutzwänden gegen Lärm und Staub abgeschirmt. Zusätzlich wurden entlang der Waldeggstraße und im Bahnhofsbereich bereits vor Baubeginn Lärmschutzfenster in betroffenen Wohnungen eingebaut.

Die Auswirkungen des Projekts auf Lärm, Erschütterungen und Luftqualität wurden im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung umfassend untersucht. Auf Basis dieser Prüfungen wurden das Projekt und die vorgesehenen Schutzmaßnahmen behördlich genehmigt.

Für die im Zuge der Bauarbeiten entfernten Bäume werden mehr neue, heimische und klimafitte Bäume im unmittelbaren Projektgebiet gepflanzt. Ergänzend wurden bereits vor Baubeginn umfangreiche ökologische Ausgleichsmaßnahmen, darunter neue Biotope, in Linz und dem Umland umgesetzt.

Verkehr entlasten, Mobilität verbessern

Mit der A26 wird der öffentliche Raum neu gestaltet – verkehrsberuhigt, grüner sowie mit Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr.

Die neue Strecke entlastet das Linzer Stadtgebiet deutlich. Auf der Nibelungenbrücke wird das Verkehrsaufkommen bis 2032 um rund 38 Prozent sinken, auf der Rudolfstraße um 43 Prozent und auf der Waldeggstraße um nahezu 60 Prozent. Da die A26 überwiegend im Tunnel verläuft, profitieren Anrainerinnen und Anrainer zudem von einer spürbaren Reduktion von Lärm- und Schadstoffbelastungen.

Auch die Erreichbarkeit verbessert sich deutlich: Die Fahrzeit zwischen der Stadteinfahrt Urfahrwänd und dem Linzer Hauptbahnhof verkürzt sich in Spitzenzeiten laut ASFINAG von derzeit bis zu 40 Minuten auf rund fünf Minuten. Über die Anschlussstelle Bahnhof entsteht zudem eine direkte Anbindung an den wichtigsten Knoten des öffentlichen Verkehrs in Oberösterreich mit Bahn, Straßenbahn, Bus und Parkmöglichkeiten.

Die A26 ist damit ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für eine leistungsfähige Mobilität und die nachhaltige Stadtentwicklung von Linz.