26. Juni 2024
Staatspreis Architektur & Nachhaltigkeit 2024: Wien Museum, Wir InHAUSer Salzburg & Altstadt Hohenems ausgezeichnet
Für ihre außergewöhnlichen Leistungen im Bereich des nachhaltigen Bauens und Sanierens zeichnete Klimaschutzministerin Leonore Gewessler drei herausragende Projekte mit dem Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2024 aus. Prämiert wurden die Sanierung und Erweiterung des Wien Museums, die Sanierung und Aufstockung der Wohnhausanlage Wir InHAUSer in der Stadt Salzburg und die Revitalisierung der Altstadt Hohenems in Vorarlberg. Die Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger:innen erfolgte am 25. Juni im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am Erste Bank Campus in Wien.
- Bis vor Kurzem hatte Hohenems eine strukturschwache, fast ausgestorbene Altstadt. Das hat sich geändert. 2018 hat der Vorarlberger Investor Markus Schadenbauer mit Unterstützung von Gemeinde und Denkmalbehörde begonnen, alte, desolate, leerstehende Häuser in der Ortsmitte zu kaufen, zu sanieren und mit neuem Leben zu befüllen – mit Wohnen, Arbeiten und Handelsgewerbe. © Lukas Schaller
- „Die Entwicklung der Altstadt Hohenems ist ein Glücksfall: Ein Projektentwickler, der Rendite – die immerhin die Grundlage seiner Arbeit ist – nicht in einzelnen Bauprojekten zu maximieren versucht, sondern sie über eine mittel- bis langfristige Gesamtentwicklung begreift. Und eine Stadtentwicklungsabteilung, die offen und weitsichtig agiert und es versteht, private Interessen zu Gunsten des Gemeinwohls zu unterstützen“ ,so die Jurybegründung. © Lukas Schaller
- Die Fenster waren undicht, die Balkone baufällig, die Heizkosten exorbitant hoch. Statt einer klassischen Sanierung wurde der Weg ressourcenschonenden Weiterbauens eingeschlagen: Den Anfang machte ein Forschungsprojekt des Salzburger Instituts für Raumordnung und Wohnen (SIR). Im Zuge der darauffolgenden Revitalisierung wurde der Wohnungsbestand umgebaut und von 75 auf 99 Wohnungen erweitert. © Lukas Schaller
- Das 1959 eröffnete Historische Museum der Stadt Wien ist der erste Museumsneubau der Zweiten Republik. Im Zuge der Sanierung und dringend benötigten Flächenvergrößerung wurde das denkmalgeschützte Gebäude um ein unterirdisches Archiv erweitert und um zwei Geschoße aufgestockt. © Lukas Schaller
- Die Jury: „Diese Aufstockung, die statisch betrachtet gar keine solche ist, baut das Bestandsgebäude von Oswald Haerdtl kompromisslos und selbstbewusst weiter und lässt ein neues, gemeinsames Ganzes entstehen. Eine höchst komplexe Planung und Umsetzung des gewagten Entwurfs haben nicht nur mehr Raum und eine neue Identität entstehen lassen, sondern auch ein intelligentes und effizientes energietechnisches System integriert. Die größte Leistung jedoch ist die (bau)kulturelle Nachhaltigkeit des neuen Wien Museums.“ © Lukas Schaller
Klimaschutzministerin Leonore Gewessler gratulierte den beteiligten Architekt:innen und Fachplaner:innen sowie der Bauherrschaft der drei Preisträgerobjekte und auch den weiteren sieben Nominierten: „Alle Staatspreisgebäude zeigen deutlich: Klimafreundliches, energieeffizientes und ressourcenschonendes Planen, Bauen und Sanieren sind mittlerweile ein fester Bestandteil heimischer Bau- und Sanierungsprojekte. Damit setzen die österreichischen Architektur- und Planungsbüros wichtige Schritte in Richtung Klimaneutralität. Ich bin beeindruckt von der herausragenden Qualität der Einreichungen und es freut mich besonders, dass die Zahl der Sanierungen und Weiterentwicklungen von Bestandsgebäuden stetig wächst.“
Klimafreundliche Sanierung auf dem Vormarsch
Von der Sanierung bis hin zum Neubau – die Nominierungen und Preisträger verdeutlichen die heimische Bandbreite klimafreundlicher Architektur. „Alle Staatspreisprojekte vereinen sowohl kulturelle und gestalterische Qualität als auch soziale, ökologische und technische Nachhaltigkeit in vorbildhafter Weise. Damit sind Architektur und Nachhaltigkeit nicht zwei unterschiedliche, voneinander trennbare Komponenten, sondern eine Einheit, die in genau dieser Paarung der Schlüssel auf dem Weg in die Zukunft ist. Dieser Weg ist weder einfach noch schwierig. Es ist der einzig gangbare Weg“, so Architekt Matthias Hein, Vorsitzender der Staatspreisjury.
Anspruchsvolles Gütesiegel für herausragenden Klimaschutz
83 Projekte wurden für den heurigen Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit eingereicht. Bauen und Umbauen im Bestand hat dabei in den vergangenen 18 Jahren kontinuierlich zugenommen. Der Ausstieg aus Öl und Gas mit dem Ziel der Klimaneutralität erfordert auch ein Weiterdenken unserer Baukultur, Stadtplanung und Immobilienwirtschaft.
Die Basis für die qualitative Bewertung der eingereichten Projekte bildet neben der architektonischen Analyse der klimaaktiv Standard für nachhaltiges Bauen und Sanieren. Zu den wichtigsten Kriterien dieses im Bereich Klimaschutz wohl anspruchsvollsten Gütesiegels Europas zählen Standort und Infrastruktur, Energie und Versorgung, Baustoffe und Konstruktion sowie Komfort und Raumluftqualität.
Unterstützt wird der Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit 2024 von Erste Bank, Fachverband Steine-Keramik, proHolz Austria, Raiffeisen Bausparkasse sowie Baumit GmbH.
Die vollständige Liste der Preisträgerprojekte inklusive Jurybewertung, Kurzbeschreibung und druckfähiges Bildmaterial finden Sie hier: klimaaktiv.at/bildgalerie/2024/staatspreis-preistraeger.html
Die vollständige Liste der Nominierten inklusive Kurzbeschreibung und druckfähiges Bildmaterial finden Sie unter klimaaktiv.at/bildgalerie/2024/staatspreis-nominierte.html
Das Magazin zum Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit mit umfassenden Details und weiterführenden Informationen zum Staatspreis steht hier zum Download zur Verfügung: klimaaktiv.at/service/publikationen/bauen-sanieren/staatspreis-2024.html
Über den Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit
Der Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit wird seit dem Jahr 2006 vom Umweltministerium im Rahmen der Klimaschutzinitiative klimaaktiv ausgelobt und zeichnet hervorragende Leistungen von Bauherr:innen, Architekt:innen und Fachplaner:innen aus, die anspruchsvolle Architektur und ressourcenschonende Bauweise verbinden. Nähere Informationen unter: klimaaktiv.at/staatspreis
Österreichs größte Klimaschutzinitiative: klimaaktiv feiert 20-jähriges Jubiläum





