19. Februar 2026

Größter Windpark Österreichs hat im Burgenland seinen Betrieb aufgenommen

Infrastrukturminister Hanke sieht besondere Bedeutung des Projekts im Kontext der Industriestrategie

In Neusiedl am See/Weiden hat der laut Burgenland Energie größte Windpark Österreichs seinen Betrieb aufgenommen. 23 Windräder mit rund 122 Megawatt Leistung produzieren ab sofort 251 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Ziel des Burgenlands sei es, bis 2030 mit Windenergie, Sonnenstrom und Speichern bilanziell energieunabhängig zu sein. Der Windpark sei als eines der Vorzeigeprojekte des „Project Tomorrow“ auch ein Leuchtturmprojekt auf europäischer Ebene, das gemeinsam mit der europäischen Investitionsbank umgesetzt wurde.

© ORF/Mike Ritter

Infrastrukturminister Hanke erklärte, dass ein solches Projekt auch im Kontext der Industriestrategie von besonderer Bedeutung sei. „Österreich ist besonders in den Wintermonaten in seiner Stromversorgung von Importen abhängig. Daher brauchen wir mehr Winderzeugung, die gerade in dieser Zeit besonders stark ist und daher einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leistet.“ Es handle sich hier um eines der großen Infrastrukturprojekte, wie sie in der Industriestrategie abgebildet werden.

„Die Eröffnung des größten Windparks Österreichs ist ein wichtiges Signal, denn damit fördern wir die Erzeugung heimischen Stroms für die heimische Industrie.“ Die Investitionen, die hier getätigt wurden, führen auch zu österreichischer und regionaler Wertschöpfung: „Hier wird nicht nur Windstrom geerntet, hier werden österreichische Wertschöpfung geschaffen und Arbeitsplätze gesichert.“

Aus 44 alten wurden 23 neue Windräder

Im Zuge des Neubaus wurden 44 alte Windräder abgebaut, vollständig recycelt und 23 neue und effizientere Windräder errichtet. „Die Anzahl der Windräder wurde halbiert und gleichzeitig die Stromproduktion verdoppelt“, so Burgenland Energie CEO Stephan Sharma. Das große Energieinfrastrukturprojekt zeige, dass sich Österreich unabhängig vom Ausland machen könne. Als nächsten Schritt soll am Standort auch ein Hybridpark – eine Agri-Photovoltaikanlage – errichtet werden.

Offizielle Eröffnung des Windparks Neusiedl am See/Weiden u.a. mit Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Bundesminister Peter Hanke und Burgenland Energie CEO Stephan Sharma. © ORF/Christoph Hellmann

Ebenfalls in der Region hat das Agri-PV-Hybridkraftwerk der oekostrom AG, der deutschen Energiegenossenschaft Green Planet Energy eG und der Stadtwerke Hartberg in Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) den Probebetrieb aufgenommen. Die ersten erzeugten Megawattstunden wurden bereits ins Netz eingespeist, erklärte die oekostrom AG am Mittwoch in einer Aussendung.

Mit einer Gesamtleistung von 17 MWp wird die Anlage im Endausbau rund 6.320 Haushalte mit Strom versorgen. Durch die Kombination von Wind und Sonne erhöhe sich die jährliche Betriebsdauer von rund 2.000 auf 4.000 Stunden. „Mit derselben Infrastruktur erzielen wir nahezu doppelt so viele Betriebsstunden wie mit einer Einzelanlage – ein zentraler Effizienzgewinn für die Energiewende“, so Vorstandsmitglied Jan Häupler. Die Pflege der Grünflächen zwischen den Solarmodulen übernehmen in Zukunft Schafe. Das zudem geplante Batteriespeicherprojekt wurde im Dezember 2025 bei der Behörde eingereicht, hieß es weiters.