26. Mai 2026
Österreich startet Seal of Excellence-Förderung für Spitzenforschung
Neue FFG-Förderung bringt EU-prämierte Projekte schneller in die Umsetzung und stärkt Schlüsseltechnologien am Standort Österreich
Österreich startet mit der Seal of Excellence-Initiative ein neues Förderinstrument für exzellente Forschungs- und Innovationsprojekte. Unterstützt werden Vorhaben, die in Horizon Europe bereits ein Seal of Excellence erhalten haben, aufgrund begrenzter EU-Mittel jedoch nicht finanziert werden konnten.
Österreich übernimmt damit die strenge europäische Exzellenzbewertung und bringt hochqualitative Projekte rascher in die Umsetzung. Eine zusätzliche nationale Fachbegutachtung ist nicht vorgesehen. Dies trägt zu einer unbürokratischen Fördermöglichkeit für bereits als exzellent bewertete Projekte bei und unterstützt so Forschende, Startups und Unternehmen dabei, Innovationen schneller weiterzuentwickeln.
Die Initiative entspricht damit zentralen Zielsetzungen der Industriestrategie Österreich 2035 – darunter Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, technologischen Souveränität, Innovationskraft und wirtschaftlichen Resilienz.
„Mit der neuen Seal of Excellence-Förderung schaffen wir einen schnelleren und effizienteren Weg, um europäisch ausgezeichnete Spitzenforschung und Deep-Tech-Innovationen umzusetzen“, so Innovationsminister Peter Hanke. „Wir holen diese Innovationen nach Österreich, stärken unsere technologische Souveränität und unterstützen Startups, KMU und Forschungseinrichtungen dabei, ihre Ideen rascher zur Anwendung zu bringen.“ Das sei auch ein konkreter Beitrag zur Industriestrategie 2035 und zur Stärkung des Innovations- und Industriestandorts Österreich.
Die Industriestrategie 2035 hat einen klaren Schwerpunkt auf technologischer Souveränität und mehr Tempo bei Innovationen mit entsprechendem Bürokratieabbau und mehr Unterstützung für jene Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die an den Technologien von morgen arbeiten.
Die FFG setzt die Förderung zunächst in einer Pilotphase als schlankes Instrument um. Zentral ist dabei die Abwicklung als sogenannte Lump-Sum-Förderung: Grundlage ist der bereits positiv bewertete Horizon-Europe-Antrag, die Förderung erfolgt als pauschalierter Zuschuss. Dadurch reduziert sich der administrative Aufwand deutlich und Projekte können schneller umgesetzt werden. Seal of Excellence ist damit auch ein Beispiel für moderne, effiziente und wirkungsorientierte Förderverfahren.
Die Einreichung erfolgt laufend über den FFG eCall und die Grundlage dafür ist das bereits verliehene EU-Exzellenzsiegel. Gefördert werden zwei Linien:
- EIC Accelerator Seal of Excellence richtet sich an österreichische Startups und KMU mit hochinnovativen, skalierbaren Projekten. Die Förderung beträgt bis zu 70 % der förderfähigen Projektkosten, maximal 2,5 Mio. EUR pro Projekt.
- ERC Proof of Concept Seal of Excellence unterstützt die Verwertung exzellenter Forschungsergebnisse. Die Förderung beträgt 150.000 EUR pro Projekt als nicht rückzahlbarer pauschaler Zuschuss.
„Seal of Excellence zeigt, wie moderne Forschungsförderung funktionieren kann: europäische Exzellenzbewertungen nutzen, nationale Verfahren schlank halten und Projekte rasch in die Umsetzung bringen. Die Lump-Sum-Logik reduziert den administrativen Aufwand und schafft mehr Fokus auf Wirkung, Verwertung und Innovation“, erläutern Karin Tausz und Henrietta Egerth, Co-Geschäftsführerinnen der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG. Gerade bei Deep-Tech-Innovationen entscheide Geschwindigkeit darüber, ob Forschung auch wirtschaftliche Wirkung entfaltet. Die Förderung stärke laut Tausz und Egerth daher gezielt den Transfer von exzellenter Forschung in skalierbare Innovationen und Wertschöpfung am Standort Österreich.
Die Seal of Excellence-Förderung startet als Pilotinitiative und dient zugleich als Lernfeld für moderne Förderverfahren. Österreich sammelt damit praktische Erfahrungen, wie europäische Bewertungen und nationale Finanzierung effizienter zusammenspielen können. Die Initiative stärkt Technologietransfer, Deep-Tech-Entwicklung und Schlüsseltechnologien und leistet damit einen konkreten Beitrag zur Industriestrategie und zur Stärkung des Innovationsstandorts Österreich.
