Kategorie Innovation & Technologie - 19. November 2025
Pionierstadt-Initiative – »Die Klimawende wird in den Städten entschieden«
Österreichs Städte stehen im Zentrum eines umfassenden Wandels. Als Wirtschafts- und Innovationsräume tragen sie nicht nur erheblich zu den globalen CO₂-Emissionen bei, sondern besitzen zugleich das größte Potenzial, wirksame Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen. Rund 75 Prozent der weltweiten Emissionen entstehen in Städten, während urbane Räume etwa 78 Prozent der globalen Energie verbrauchen. Angesichts einer weltweit wachsenden Stadtbevölkerung – bis 2050 werden fast 70 Prozent der Menschen in Städten leben – wird sich ein Großteil der Anpassungen an die Klimakrise in den urbanen Zentren abspielen.
Um Städte auf ihrem Weg in eine nachhaltige und klimafreundliche Zukunft zu unterstützen, haben das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) sowie der Klima- und Energiefonds die Forschungsinitiative Mission „Klimaneutrale Stadt“ ins Leben gerufen. Sie fördert innovative Ansätze in den Bereichen Energie, Mobilität, Quartiersentwicklung, Kreislaufwirtschaft und Verwaltung und unterstützt Städte dabei, Strategien und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln.
Bundesminister Peter Hanke betont die Bedeutung der Initiative: „Die Klimawende wird in den Städten entschieden. Die Initiative ‚Klimaneutrale Stadt‘ zeigt, dass Städte – unabhängig von Größe und Struktur – viel selbst tun können, um Emissionen zu senken und gleichzeitig ihre Lebensqualität zu erhalten.“
Pionierstädte setzen neue Standards
Zehn österreichische Großstädte mit über 50.000 Einwohner:innen – darunter Wien, Graz, Innsbruck, Linz, Salzburg und Klagenfurt – haben eine quasi öffentlich-öffentliche Partnerschaft mit dem BMIMI geschlossen. Als Pionierstädte richten sie ihre Verwaltungsstrukturen konsequent auf Klimaneutralität aus, entwickeln angepasste Stadtquartiere und schaffen Lernumgebungen, von denen andere Gemeinden profitieren können.
Die Partnerschaft zielt darauf ab, zusätzliche Ressourcen, Kapazitäten und Know-how aufzubauen sowie Strategien und klimawirksame Lösungen für die Energie- und Mobilitätswende sowie die Kreislaufwirtschaft zu entwickeln.
Parallel dazu engagieren sich 37 weitere Klein- und Mittelstädte aktiv in der Mission und erarbeiten maßgeschneiderte Klimaneutralitätsfahrpläne. Diese umfassen konkrete Maßnahmen in den Bereichen Energie, Gebäude, Mobilität, Stadtentwicklung, Kreislaufwirtschaft, Klimawandelanpassung, Kommunikation und Verwaltung – abgestimmt auf die jeweiligen lokalen Herausforderungen.
Wissen teilen, Transformation beschleunigen
Ein zentraler Baustein der Mission ist der strukturierte Austausch. Die inzwischen 47 teilnehmenden Städte vernetzen sich intensiv, teilen Erfahrungen aus Demonstrationsprojekten und setzen auf erprobte Technologien. Expert:innen begleiten sie mit gebündeltem Fachwissen zu Mobilität, Energie, Gebäudetechnik und Stadtentwicklung.
Bernd Vogl, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, unterstreicht den Wert der Zusammenarbeit: „Die Klimaziele können wir nur gemeinsam erreichen. Wir wollen ein aktives Netzwerk schaffen, in dem Städte voneinander lernen und gemeinsam schneller vorankommen.“
Dialogforum „Klimaneutrale Stadt“
Am heutigen Mittwoch, 19. November, treffen sich die Pionierstädte beim Dialogforum in Innsbruck unter dem Motto „Gemeinsam erfolgreiche Wege weitergehen“. Im Mittelpunkt stehen die obigen Zukunftsthemen wie nachhaltige Mobilität, Energieversorgung, Quartiersentwicklung, Bürger:innenbeteiligung sowie der Ausbau organisatorischer Strukturen und Kompetenzen. Die Veranstaltung fällt in ein gewisses Spannungsfeld von Anspruch und Wiklichkeit: Der eingeschlagene Weg trägt zwar bereits Früchte, aber die Herausforderungen der Städte bleiben groß und können nur gemeinsam gemeistert werden.
Klimaneutrale Städte bedeuten nicht nur weniger Emissionen, sondern auch eine höhere Lebensqualität: mehr Grünräume, bessere Luft, geringere Energiekosten, sichere Mobilitätsangebote und neue Arbeitsplätze in zukunftsfähigen Branchen. Damit wird Klimaschutz zum gesellschaftlichen Modernisierungsprojekt, das allen Menschen zugutekommt.
Die Mission „Klimaneutrale Stadt“ geht nun noch einen Schritt weiter: Der Klima- und Energiefonds sucht mit der Ausschreibung „Pionierstadt – Partnerschaft für zukunftsfähige Klein- und Mittelstädte“ 2 ambitionierte (Pionier-) Städte für eine öffentlich-öffentliche Kooperation nach dem Vorbild der Großstädte. Ziel ist es, die Umsetzung von Klimaschutz, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft in den Kommunen zu beschleunigen. Dafür stehen 2025 rund 3,6 Millionen Euro, dotiert aus Mitteln des BMIMI zur Verfügung. Einreichen können hier auch Klein- und Mittelstädte, die bisher noch nicht an der Mission teilgenommen haben.



