Kategorie Mobilität - 12. Dezember 2025

Neues Bahn-Zeitalter beginnt: Feierliche Eröffnung der Koralmbahn

Umfangreiches Programm und viel Politprominenz in Graz und Klagenfurt – Sonderfahrten zwischen den Landeshauptstädten 

Ein Bahn-„Jahrhundertprojekt“ ist am Freitag mit Festakten in Graz und Klagenfurt feierlich in Betrieb gegangen. Um 11.00 Uhr startete der erste Zug durch den neuen Koralmtunnel. Am Nachmittag gibt es Sonderfahrten, am Sonntag folgt der Regelbetrieb auf der 130 km langen Neubau-Strecke mit dem „Herzstück“, dem 33 km langen Koralmtunnel. Ein historischer Moment für den Süden Österreichs und ein Stück Eisenbahngeschichte, das geschrieben wird.

Zu Ansprachen und Sonderfahrten kamen unter anderem Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Kanzler Christian Stocker, Mobilitätsminister Peter Hanke sowie die Landeshauptleute Kärntens und der Steiermark.

 

Die Zugtaufe des ersten offiziell durch den Koralmtunnel brausenden Railjets übernahm kurz vor der Abfahrt von Graz Bundespräsident Van der Bellen. Beim offiziellen Opening am Hauptbahnhof der steirischen Landeshauptstadt sagte Van der Bellen unter anderem: „Ein 6-Milliarden-Euro-Projekt findet einen guten Abschluss. Die Eisenbahn hat im 19. Jahrhundert Europa revolutioniert, brachte und bringt Regionen zusammen. Jetzt sind die beiden Städte verbunden wie Bezirke in Wien. Mit der Koralmbahn setzen wir diese Erfolgsgeschichte fort.“

„Österreich bleibt Europas Bahnland Nr. 1“

Bundeskanzler Stocker sprach von einem schönen Tag für die beiden Zentralräume, die beiden Bundesländer und die Republik. „Man ist nun doppelt so schnell wie mit dem Pkw. Von der Koralmbahn werden viele Impulse ausgehen“, so der Kanzler. Vizekanzler Andreas Babler betonte die Beschäftigungseffekte und die Verbesserungen für Pendler und den Arbeitsmarkt. Es sei auch ein guter Tag für die Bahnindustrie, nicht nur für die Länder.

Zug getauft. ✅
Die Koralmbahn ist auf Schiene!

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— Alexander Van der Bellen (@bundespraesident.at) 12. Dezember 2025 um 12:08


Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur: „Die Koralmbahn ist zweifellos ein Jahrhundertprojekt. Sie sorgt dafür, dass man schneller, öfter und besser mit der Bahn vorankommt – Graz und Klagenfurt sind künftig in nur 41 Minuten verbunden. Das steigert die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs und unterstützt unmittelbar die Mobilitätswende. Ein Projekt mit vielen Superlativen, das auch international heraussticht: kostenstabil, umweltfreundlich und technisch auf höchstem Niveau. Österreich bleibt Europas Bahnland Nr. 1 – mit dichtem Angebot und höchster Qualität.“

Groß, größer, Koralmbahn!

Mit einer Länge von 130 Kilometern ist die Koralmbahn die größte neu errichtete Bahnstrecke Österreichs seit mehr als 100 Jahren. Insgesamt liegen zwölf Tunnel mit einer Gesamtlänge von 50 Kilometern entlang der Strecke. Herzstück ist der 33 Kilometer lange Koralmtunnel. Die Strecke ist mit modernster Zugsicherung ausgestattet: Mit dem European Train Control System (ETCS) lassen sich fahrende Züge kontinuierlich von außen überwachen und steuern.

ÖBB-CEO Andreas Matthä sprach von einem eisenbahnhistorischen Moment, zwischen zwei Städten, die noch nie eine direkte Verbindung hatten. „Da verspürt man ein gewisses Kribbeln. Wie cool kann das denn sein“, sagte der ÖBB-Chef, bevor er sich bei der Politik und den beteiligten Arbeitern, Technikern und Planern bedankte.

Tatsächlich begeistert die neue Strecke mit Superlativen: So ist der Koralmtunnel mit 33 km der 6. längste Eisenbahntunnel der Welt, bis zu 250 km/h Betriebsgeschwindigkeit sind darin möglich. Entlang der Koralmbahn befinden sich zudem über 100 Brücken und 23 moderne Bahnhöfe

So groß die Anstrengungen in den letzten 27 Jahren waren, noch größer sind die Vorteile, die sich durch die verkürzte Reisezeit für Fahrgäste ergeben: Die Fahrzeit zwischen Graz und Klagenfurt verkürzt sich von 2 Stunden mit dem Bus auf sensationelle 41 Minuten, mit der schnellsten ÖBB Verbindung – dem Railjet Xpress. Auch die Fahrzeit zwischen Wien und Klagenfurt verkürzt sich merklich auf 3:10 Stunden und Verbindungen Richtung Italien (Triest, Venedig) werden deutlich attraktiver. Mit dem Fahrplanwechsel am 14.12.2025 treten die neuen Verbindungen offiziell in Kraft.

Insgesamt wurden rund 5,9 Milliarden Euro in den Bau der neuen Strecke investiert und damit viele Tausende Arbeitsplätze und heimische Wertschöpfung geschaffen. Die Koralmbahn zählt zu den herausragendsten Infrastrukturprojekten Europas und lässt nun den zweitgrößten urbanen Ballungsraum Österreichs mit rund 1,1 Millionen Menschen entstehen. Als Teil des wichtigen internationalen Korridors „Ostsee – Adriatisches Meer“ verbindet sie wichtige Seehäfen und bringt den Norden und Süden Europas wirtschaftlich näher zusammen.

Erste Güterzüge rollen bereits über die Koralmbahnstrecke