24. April 2026

Boost für Energiewende: PV-Ausbau bei Seilbahnen wird deutlich vereinfacht

Entbürokratisierungspaket bringt unter anderem erleichterte Errichtung von PV-Anlagen bei Seilbahnen, was Energiewende beschleunigt & Tourismusstandort Österreich stärkt

Erst kürzlich hat eine Klimafonds-Studie zu den Potentialen erneuerbarer Energien in Österreich gezeigt: Das Land verfügt über umfangreiche Möglichkeiten, seine Energieversorgung nachhaltig umzubauen – und könnte bei konsequenter Umsetzung seine Klimaziele bis 2040 erreichen.

Besonders ins Auge fiel laut Studie das große Potential bei Photovoltaik, die bis 2040 einen Beitrag von bis zu 50 TWh pro Jahr leisten könnte. Auf einer Karte visualisiert, ist fast die gesamte Fläche Österreichs für die Gewinnung von Solarstrom geeignet – trotz aller geografischen Besonderheiten.

Da bis auf wenige Ausnahmen auch die Bergregionen laut Potentialkarte zum Ausbau der Erneuerbaren in Frage kommen, ist nur folgerichtig, dass künftig Photovoltaikanlagen im Bereich von Seilbahninfrastrukturen einfacher und ohne aufwendige Genehmigungsverfahren errichtet werden können. Damit wird es für Betreiber deutlich leichter, auf erneuerbare Energie zu setzen und ihre Anlagen für die Zukunft zu rüsten. Auch hier soll der Schwerpunkt auf der Nutzung bestehender Infrastrukturflächen – etwa bei Tal- und Bergstationen oder technischen Einrichtungen – also auf Gebäuden und bereits versiegelten Flächen liegen.

© Stuanmandlbahn, Gerlos

Dafür bringt das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) eine Novelle der Verordnung über genehmigungsfreie Bauvorhaben bei Seilbahnen (VgBSeil 2006) auf den Weg. Das hat Bundesminister Peter Hanke anlässlich der Seilbahntagung angekündigt – 2026 ist es 100 Jahre her, dass die erste Person in Österreich mit einer Seilbahn transportiert wurde.

Ein zentraler Schwerpunkt der Anpassung liegt auf der erleichterten Errichtung von Photovoltaikanlagen – ein wichtiger Beitrag zur Energiewende und zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Tourismusstandorts Österreich. Die Novelle ist Teil des umfassenden Maßnahmenpakets zum Bürokratieabbau und zur Wirtschaftsbelebung. Ziel ist es, Verfahren zu beschleunigen, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern. Die Novelle der Verordnung wurde nun in die politische Koordinierung übergeben. Ziel ist, dass die novellierte Verordnung noch vor dem Sommer in Kraft tritt.

Photovoltaik-Ausbau wird deutlich vereinfacht

Infrastrukturminister Peter Hanke betont: „Mit der erleichterten Errichtung von Photovoltaikanlagen bei Seilbahnen setzen wir einen konkreten Schritt für die Energiewende. Wir schaffen die Voraussetzungen, damit Unternehmen schneller in erneuerbare Energie investieren können – unbürokratisch, effizient und zukunftsorientiert. Weniger Bürokratie bedeutet in diesem Fall mehr Klimaschutz und Erleichterung für Investitionen. Wir ermöglichen es den Betrieben, vorhandene Flächen sinnvoll zu nutzen und einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung zu leisten.“

Hanke nutzte die Gelegenheit bei der heutigen Seilbahntagung dem Verband zum Jubiläum zu gratulieren: „In den vergangenen 100 Jahren sind Seilbahnen zu einem elementaren Teil unseres Tourismus- und Wirtschaftsstandorts geworden. In dieser Zeit haben mutige Innovationen den Komfort und die Sicherheit für die Fahrgäste maßgeblich erhöht. Ich gratuliere dem Verband sowie den Unternehmerinnen und Unternehmern herzlich zu diesem tollen Jubiläum!“

Seilbahnen sind ein unverzichtbarer Bestandteil des österreichischen Tourismus und spielen eine zentrale Rolle für die regionale Wirtschaft. Gleichzeitig stehen auch sie vor der Herausforderung, ihren Betrieb nachhaltiger zu gestalten und dem menschengemachten Klimawandel gerecht zu werden. Die erleichterte Umsetzung von PV-Anlagen unterstützt Seilbahnunternehmen dabei, ihren Energiebedarf verstärkt aus erneuerbaren Quellen zu decken. Das reduziert nicht nur Emissionen, sondern stärkt auch die Unabhängigkeit von externen Energiepreisschwankungen.

Gerade im internationalen Wettbewerb gewinnt die nachhaltige Ausrichtung touristischer Infrastruktur zunehmend an Bedeutung. Die Novelle leistet daher einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Österreich.

Neben dem Fokus auf Photovoltaik wurde die Verordnung auf Basis der Erfahrungswerte der Seilbahnbehörden umfassend überarbeitet. Die Liste genehmigungsfreier Bauvorhaben wurde erweitert und bestehende Unklarheiten bereinigt. Damit leistet die Bundesregierung einen relevanten Beitrag zur Entbürokratisierung. Auch Maßnahmen wie die Modernisierung technischer Infrastruktur – etwa die Umstellung von Steuerleitungen auf Glasfaser – werden künftig einfacher umsetzbar sein. Die Änderungen erfolgen auch im Sinne der Branche: Betreiber und Hersteller haben sich klar für eine Weiterentwicklung der bestehenden Regelungen ausgesprochen.